Montag, 16. Oktober 2017

Rezension: Nach der Party - A. Beatrice DiSclafani

Titel: Nach der Party
Originaltitel: The After Party
Autorin: A. Beatrice DiSlafani
Erscheinungsdatum: 25. April 2017
Seitenzahl: 400
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Texas in den 1950er Jahren: Joan Fortier ist das Epizentrum der Welt der Schönen und Reichen von Houston. Groß, blond, atemberaubend schön und unabhängig, zieht sie alle Blicke auf sich. Jeder Mann scheint sich nach ihr zu verzehren, jede Frau ihr nachzueifern. Texas ist in diesen Tagen eine starr geordnete Welt. Das Geld sprudelt hier wie das Öl aus den Fördertürmen, aber Freiheit, Macht und Einfluss haben nur die Männer. Was aber, wenn eine Frau sich aus der Norm bewegt? Und wie wirkt sich das auf ihre beste Freundin aus? Cece Buchanan ist Joans Freundin seit Kindertagen. Sie hat sich der glamourösen Freundin verschrieben, mit Haut und Haaren. Früh verwaist, sehnt Cece sich nach Zuneigung und Anerkennung und lebt als Ehefrau und Mutter die Rolle, die Frauen in dieser Welt zugestanden wird. Doch in ihrer Verschworenheit mit Joan wird sie deren Komplizin und Zeugin ihrer Eskapaden, die bis an den Rand der Selbstzerstörung gehen. Bis Cece eine Entscheidung treffen muss mit Folgen für sie beide...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
An diesem Buch hat mich sowohl das wunderschöne Cover, dass auch super gut zur Geschichte passt, als auch der vielversprechende Klappentext angesprochen. Als ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte, war ich schon nach zwei Tagen fertig, weil der Roman unglaublich flüssig geschrieben ist und außerdem noch aus relativ kurzen Kapiteln besteht. Hauptprotagonistin Cece war mir mit ihrer, stets um ihre beste Freundin besorgten Art und ihrer Gutmütigkeit echt sympathisch. Ihre beste Freundin Joan dagegen war naiv, abenteurlustig, aber teilweise auch rücksichtslos. Aus diesem Grund mochte ich sie nicht ganz so gerne, auch wenn sie mir manchmal leidtat. Dafür waren Ceces Ehemann, der selbstlos und aufmerksam gehandelt hat und Joans Vater mit seiner Sorge um seine Tochter sehr liebenswert. Der Roman besteht zwar nicht aus einer riesigen Portion Humor, regt dafür aber super oft zum Nachdenken an, da er sich um die großen Dinge des Lebens, wie z.B. Freundschaft, Heimat und natürlich Liebe dreht. Bemerkenswert ist zudem, dass die Spannung während der rund 400 Seiten nicht einmal abfällt. Ich habe immer erwartungsvoll auf eine Auflösung um Joans Treiben gewartet und war bis zum Ende auf die Folter gespannt. Von Zeit zu Zeit gibt die Autorin Rückblenden in die Kindheit und Jugend der beiden Haptcharaktere, damit der Leser das komplizierte Konstrukt ihrer Freundschaft nachvollziehen kann. Vom Setting des Romans, der in den 1950ern in Houston spielt, war ich sehr begeistert. Das Ende hat mir recht gut gefallen, auch wenn es nicht wirklich überraschend kam.

Mein Fazit:
Ich kann dieses Buch jedem, der sich für die guten und schlechten Seiten einer langjährigen Freundschaft interessiert, empfehlen.

Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Nach der Party bekommt von mir 4/5 Sterne!

Rezension: Die Liebe unter Aliens - Terèzia Mora

Titel: Die Liebe unter Aliens
Autorin: Terézia Mora
Erscheinungsdatum: 26. September 2016
Seitenzahl: 272
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 22,00€
Genre: Kurzgeschichten


Inhalt:
Ein Ausflug ans Meer soll ein junges Paar zusammenführen. Ein Nachtportier fühlt sich heimlich zu seiner Halbschwester hingezogen. Eine Unidozentin flieht vor einer gescheiterten Beziehung und vor der Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein japanischer Professor verliebt sich in eine Göttin.

Kunstvoll erzählt Terézia Mora in »Die Liebe unter Aliens« von Menschen, die sich verlieren, aber nicht aufgeben, die verloren sind, aber weiter hoffen. Wir begegnen Frauen und Männern, die sich merkwürdig fremd sind und zueinander finden wollen. Einzelgängern, die sich ihre wahren Gefühle nicht eingestehen. Träumern, die sich ihren Idealismus auf eigensinnige Weise bewahren. Mit präziser Nüchternheit spürt Mora in diesen zehn Erzählungen Empfindungen nach, für die es keinen Auslass zu geben scheint, und erforscht die bisweilen tragikomische Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe und Glück.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Da ich bereits einige Kurzgeschichtensammlungen, auch aus dem Luchterhand Literaturverlag, gelesen habe, hat mich diese hier auch angesprochen. Mir gefällt an diesem Buch sehr, dass mal aus der Ich-Perspektive und in der Gegenwart, mal in der Perspektive eines personalen Erzählers und in der Vergangenheit erzählt wird. Die Autorin schreibt einerseits mit viel Gefühl, andererseits lässt sie an mancher Stelle auch mal eine Portion Humor mit einfließen, wenn auch eine kleine. So entsteht ein schönes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Parteien. Jede einzelne der zehn Kurzgeschichten befasst sich mit anderen Charakteren, anderen Orten und auch anderen Themen, darunter die Bedeutung von Familie, Heimat, der Suche nach seiner Identität und auch um die kleinen, wertvollen Momente des alltäglichen Lebens. Selbstverständlich kann ich nicht behaupten, alle Geschichten gleich gerne gelesen zu haben, es gab welche, die mich mehr angesprochen haben, als andere. Trotzdem gab es keine, die ich nicht mit Genuss las. Trotz der gerade mal 272 Seiten sollte man sich fürs Lesen Zeit lassen, um die Geschichten nachwirken lassen zu können und über sie nachzudenken. Alles in allem hat mir die Thematik, und auch die Botschaften, die in den einzelnen Erzählungen vermittelt werden, sehr gefallen und ich werde sicherlich noch weitere Bücher in diesem Stil lesen. 

Mein Fazit: 
Ich kann dieses Buch allen, die von der Vielfalt des Lebens lesen wollen, empfehlen!

Viele Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Die Liebe unter Aliens bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Dienstag, 3. Oktober 2017

Rezension: Vorwärts küssen, rückwärts lieben - Sybille Hein

Titel: Vorwärts küssen, rückwärts lieben
Autorin: Sybille Hein
Erscheinungsdatum: 28. August 2017
Seitenzahl: 448
Verlag: blanvalet
Preis: 14,99€
Genre: Liebesroman

Inhalt:
Eigentlich wollte Pia sich nie wieder in einen Schönling verlieben. Eigentlich sollte es ein Sommer werden, in dem Mückenstiche und Fruchtfliegen zu ihren größten Herausforderungen zählen. Aber dann steht August vor ihr. Charmant, schlagfertig und sexy wie Ryan Gosling. Selbst Pias dicker Kater ist entzückt. Während Pia schon anfängt, ihr Luftschloss einzurichten, bleibt ihr bester Freund Eddi skeptisch. Wie oft musste er miterleben, dass aus Pias Zuckerwatteherz ein dicker Teerklumpen wird. Er ist ganz sicher: Pia braucht keinen Traumprinzen an ihrer Seite, sondern einen Kumpeltypen zum Anfassen. Denn ohne Freundschaft bleibt jede Liebe immer nur eine Luftnummer. Und tatsächlich: Das Leben hält in Liebesdingen eine zauberhafte Überraschung für Pia bereit – im wahrsten Sinne des Wortes!

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Dieses Buch erreichte mich in Begleitung einiger schöner Stifte, worüber ich mich total gefreut habe!   Wie ich finde, verrät der Klappentext des Romans dooferweise etwas zu viel über die fortlaufende Handlung von "Vorwärts küssen, rückwärts lieben". Dafür konnte mich am Anfang gut in die Geschichte vertiefen und mir war Hauptprotagonistin Pia Fuhrmann zuerst recht sympathisch, was auch durch die Erzählung aus der Ich-Perspektive verstärkt wurde. Nicht nur sie, sondern vor allem ihr bester Freund Eddie und sein Freund Charly haben mir mit ihrer herzlichen, aber auch drolligen Art zugesagt. Pias Kater Glitzi mochte ich natürlich auch, er ist eben ein dickes, freches Wollknäuel. Auch der Schreibstil, der aus unglaublich viel Witz und Ironie zusammengesetzt ist, hat mir echt zugesagt. Lieder, die die Autorin selbst geschrieben hat, tauchten ab und an zwischen den kurz gehaltenen Kapiteln auf und haben das Leben von Pia anschaulich erzählt. Am Ende des Romans gibt es zudem ein buntes Skizzenbuch, das die Geschichte um Pia wunderbar illustriert und auf lustige Begebenheiten, die sich im Verlauf des Romans ansammeln, anspielen. Leider muss ich an dieser Stelle sagen, dass mir Pia mit ihrem naiven Verhalten irgendwann auf die Nerven ging, das Ganze mir oft zu kitschig war und die Handlung sich teilweise wie Kaugummi zog. Meiner Meinung nach hätte das Buch gute 100 Seiten weniger vertragen können, ich musste mich manchmal zum Weiterlesen überwinden, auch aufgrund der plötzlichen Fantasieüberschüttung gegen Ende der Handlung. Das Ende hat mir dafür wieder recht gut gefallen, es war überraschend und prägnant.

Mein Fazit:
Ein etwas kitschiger Liebesroman, an dem das Beste sein überzeugendes Ende ist.

Danke an den blanvalet Verlag für die freundliche Bereitstellung des Buches!

Vorwärts küssen, rückwärts lieben bekommt von mir 3/5 Sterne!

Freitag, 29. September 2017

Rezension: Acht Berge - Paolo Cognetti

Titel: Acht Berge 
Originaltitel: Le otto montagne
Autor: Paolo Cognetti
Erscheinungsdatum: 11. September 2017
Seitenzahl: 256
Verlag: DVA 
Preis: 20,00€
Genre: Roman


Inhalt:
Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung: 
Auf diesen Roman bin ich ganz einfach durch das Cover aufmerksam geworden. Ich finde die Vorderseite des Buches schlicht und ergreifend atemberaubend, vor allem der glitzernde Himmel ist wunderschön und es passt auch noch perfekt zur Geschichte! Einmal mit dem Lesen angefangen, habe ich nicht allzu lange gebraucht, um den Roman zu beenden, da er relativ kurz, aber dafür echt schön zu Lesen war. Er ist in drei Kapitelchen eingeteilt ("Berge der Kindheit", "Haus der Versöhnung" und "Winter eines Freundes") die die einzelnen Lebensabschnitte des Hauptprotagonisten Pietro und seines besten Freundes Bruno erzählen. Inhaltlich ist das Buch einfach wunderbar, es wird sich mit den großen Themen des Lebens, darunter Freundschaft und dem Verlagen nach einer Heimat, beschäftigt. Vom Anfang bis zum Ende bleibt die Handlung auf einem hohen Niveau, verstärkt durch das Erzählen aus der Ich-Perspektive, das mich noch leichter in das Geschehen eintauchen ließ und die Gedanken und Gefühle von Pietro gut nachvollziehbar machte. Paolo Cognetti schreibt zudem in sehr veranschaulichenden Worten, die oft verwendet werden, um die Berglandschaft des kleinen Dörfchens Grana zu beschreiben. Die wunderbare Beschreibung der Natur ist ein weiteres Merkmal, das mich an "Acht Berge" beeindruckt hat. Faszinierend war auch, wie realitätsnah der Autor seine Figuren gezeichnet hat, ich konnte mir jede einzelne gut vorstellen und war ergriffen von der ausdauernden Freundschaft der beiden Hauptcharaktere. Zum Ende möchte ich an dieser Stelle nicht viel verraten, ich sage nur, dass es sehr überraschend kam.


Fazit:
Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der ein Buch über eine unerschütterliche Freundschaft und die wichtigen Fragen des Lebens lesen möchte.

Vielen Dank, auch für das schöne Gedankenbüchlein an den DVA Verlag und Sonja Grau!

Acht Berge bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Montag, 28. August 2017

Rezension: The Hate U Give - Angie Thomas

Titel: The Hate U Give
Originaltitel: The Hate U Give
Autorin: Angie Thomas
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
Seitenzahl: 512
Verlag: cbt
Preis: 17,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Der Klappentext (die Rückseite des Buches ist übrigens echt raffiniert gemacht) und das Cover dieses Romans haben mich sofort angesprochen, da im Buch ein leider noch immer aktuelles, wichtiges Thema behandelt wird. Von der ersten Seite an konnte ich mich super in die Geschichte
hineinversetzten, was damit zu begründen ist, dass Angie Thomas in der Ich-Perspektive und der Gegenwart schreibt und somit auch die Gedanken und Gefühle der Hauptprotagonistin offenbart. Dabei benutzt sie einige Ausdrücke, die hier in Deutschland ziemlich unbekannt sind, die aber glücklicherweise in einem ausführlichen Glossar am Ende des Buches aufgeführt und erklärt werden. Zudem ist der Roman inhaltlich in einige Abschnitte unterteilt, wobei es zeitlich mit der Ermordung von Starrs bestem Freund Khalil beginnt. Im weiteren Verlauf wird Starrs Umgang mit der schwierigen Situation und ihr Handeln beschrieben. Ich konnte vollkommen mit ihr mitfühlen, mochte jedoch auch ihren gutherzigen Vater und ihren kleinen Bruder Sekani, der zwar oft frech, aber im Kern liebenswürdig ist. Trotz des bedeutenden Themas, mit dem sich die Autorin beschäftigt, ist in ihrem Werk gleichermaßen eine große Portion Humor auffindbar, die das Ganze abrunden. Angie Thomas spricht unerschrocken und realitätsnah über die mit Vorurteilen befleckte Brutalität, mit der noch heute soziale Minderheiten behandelt und beurteilt werden.


Mein Fazit:
Dieses Buch sollte von möglichst vielen Menschen gelesen werden, um auf dieses riesige Problem aufmerksam zu machen!

Ein großes Dankeschön an den cbt Verlag für die Bereitstellung des Buches!

The Hate U Give bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Samstag, 19. August 2017

Rezension: Marschmusik - Martin Becker

Titel: Marschmusik
Autor: Martin Becker
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 288
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Roman 


Inhalt:
In den frühen Sechzigern lernen sich die Eltern des jungen Mannes kennen: Sie ist Näherin, er ist Kohlenhauer. Viele Jahrzehnte später will der erwachsene Sohn endlich Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen: Wie hat die Familie gelebt inmitten von Zechentürmen, Taubenschlägen und Schrebergärten? Und was ist eigentlich noch übrig vom bescheidenen Reihenhaus, das dem erwachsenen Sohn doch früher vorkam wie ein Palast? Wie lange wird seine Mutter noch rauchend im Sessel sitzen und sich an den verstorbenen Vater erinnern? Und was bleibt, wenn es das alles wirklich bald nicht mehr gibt? Martin Becker erzählt vom Aufwachsen in einer proletarischen Familie am Rande des Ruhrgebiets. Vom Außenseitertum der kleinen Leute, aber auch von Momenten großen Glücks, die in einer vermeintlich tristen Kleinstadtkindheit doch immer wieder aufblitzen. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich lesen, weil ich selber auch im Ruhrgebiet lebe und einen Einblick in die Arbeit unter Tage und das Leben einer solchen Familie bekommen wollte. Erzählt wird in der Ich-Perspektive und oft in der Gegenwart, wodurch das Bild, das beim Lesen von dem Hauptprotagonisten, der übrigens keinen Namen hat, entsteht, umso klarer erstrahlt. Es fühlt sich an, als würde man in den vergilbten Seiten seines Tragebuchs blättern, das von seiner Kindheit und seiner Jugend berichtet. Abwechselnd wird auch aus der Sicht seines Vaters und dessen Zeit unter Tage und das darauf folgende Zusammentreffen mit seiner Mutter geschildert. Außerdem gibt es einen dritten Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und vom Besuch des Protagonisten Mündendorfs (sein Heimatdorf) und seiner Mutter erzählt. Dabei wird seine Angst und sein Unbehagen gegenüber diesem Ort deutlich, das er verzweifelt zu bekämpfen versucht. Martin Becker macht in seinem Roman von einer guten Portion Humor Gebrauch, wobei er aber auch die bedeutenden Dinge des Lebens, wie Heimat und die eigene Vergangenheit zum Thema macht und auf die kleinen Glücksmomente in einem ansonst vielleicht durchschnittlichen Leben aufmerksam macht. Meiner Meinung nach regt dieser Roman sehr zum Nachdenken über genau diese Elemente an. Er ist in drei Teile unterteilt, die jeweils die Entwicklung des Protagonisten in Bezug auf das Verständnis für seine Familie dokumentieren. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch in eine Art Rahmen gelegt wurde, dass der Anfang und das Ende sich also perfekt ergänzen.

Mein Fazit:
Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der sich wie ich für die Geschichte des Ruhrgebiets, die am Beispiel einer typischen Kleinstadtfamilie, erzählt wird, interessiert.

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Marschmusik bekommt von mir volle 5/5 Sterne!



Mittwoch, 16. August 2017

Rezension: AC/DC: Maximum Rock'n'Roll - Murray Engleheart, Arnaud Durieux

Titel: AC/DC: Maximum Rock'n'Roll
Originaltitel: ACDC Maximum Rock'n'Roll
Autoren: Murray Engleheart, Arnaud Duriex
Seitenzahl: 624
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 16,99€
Genre: Biografie


Inhalt:
In Maximum Rock’n’Roll erzählen Murray Engleheart und Arnaud Durieux, beide Journalisten und Intimfreunde der Band, umfassend die Geschichte von Australiens Rockexport Nummer eins. Authentisch und ungeschönt dokumentieren sie den Aufstieg der fünf knallharten Jungs aus Sydney, den auch der tragische Tod von Sänger Bon Scott 1980 nicht aufhalten konnte. Neben unveröffentlichtem Bildmaterial und Dokumenten aus Durieuxs legendärem Bandarchiv sowie über 60 exklusiven Interviews mit Bandmitgliedern, Freunden und Kollegen werteten die Autoren mehr als 5000 Artikel und 700 TV- und Radiointerviews aus. Maximum Rock’n’Roll ist ein fantastischer Trip durch das Leben einer echten Rock’n’Roll-Band – mit allen Höhen und Tiefen, Exzessen, Tragödien und viel lauter Musik.


Meine Meinung:
Diese Biografie war die erste, die ich über eine Band gelesen habe und aus diesem Grund eine wirklich neue Erfahrung für mich. Lesen wollte ich sie, weil ich ihre Musik sehr schätze und mehr
über die Menschen erfahren wollte, die hinter ihr stecken. Das Cover ist zwar schlicht gehalten, aber bunte Verzierungen würden zu AC/DC wohl eher nicht passen, oder? Zu Beginn werden die Young Brüder und ihre Familie vorgestellt und dann nach und nach, eben immer zu dem Zeitpunkt, an dem ein neues Mitglied in die Band aufgenommen wird, auch die anderen Musiker. Das ist meiner Meinung nach eine gute Strategie um dem Leser die einzelnen Personen näherzubringen. Dazu gab es glücklicherweise vor jedem Kapitel ein kleines Bild, das mit dem Lauf der erzählten Zeit mithielt und das Geschehen so anschaulich darstellte. Zudem enthält das Buch zwei große Fotostrecken, die für mich die Qualität der Biografie noch um einiges erhöhen, da fast alle wichtigen Personen darauf zu sehen sind und die Geschichte von AC/DC wunderbar dokumentieren. Hilfreich war auch das Register, das am Ende angehängt wurde, um die Möglichkeit zu haben, noch einmal nach Personen, Alben oder Songs nachschlagen zu können, wenn vergessen wurde, worum genau es sich jetzt nochmal bei diesem und jenem handelt. Zu dem Schreibstil der beiden Autoren kann ich nur sagen, dass er einfach gehalten ist und die Ereignisse manchmal etwas langweilig eines nach dem anderen aufgelistet werden, auf der ein oder anderen Seite zur Abwechslung aber glücklicherweise auch einiges an Humor zu finden ist. Damit habe ich auch schon meinen einzigen Kritikpunkt an der Biografie angesprochen, da sie inhaltlich, wie ich finde, die Entwicklung von AC/DC super umfangreich und mit reichlich Anekdoten von zahlreichen TV- und Radiointerviews versinnbildlicht.

Mein Fazit:
Ein Buch, dass ich jedem AC/DC Fan ausdrücklich empfehlen kann, da die ganze Geschichte rund um die Band gut beleuchtet wird. 

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die großzügige Bereitstellung des Buches!

AC/DC Maximum Rock'n'Roll bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 26. Juli 2017

Rezension: Heartware - Jenny-Mai Nuyen

Titel: Heartware
Autorin: Jenny-May Nuyen
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 416 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch 
Preis: 14, 99€
Genre: Thriller

Inhalt:
Erst verdunkelt sie dein Herz, dann die ganze Welt?

Adam Eli hat seine Chance genutzt: Er ist erfolgreicher Ghostwriter, tut alles, um seine kriminelle Jugend vergessen zu machen. Eines verbindet ihn noch mit seinem alten Leben: Seine große Liebe Willenja. Die letzte Begegnung liegt lange zurück, bis heute weiß er nicht, ob sie es war, die ihn damals verriet.
Antwort darauf verspricht der Internettycoon Balthus - wenn Adam sich an der Suche nach Willenja beteiligt. Denn die junge Frau hat den Prototyp einer künstlichen Intelligenz gestohlen. Um Geld zu erpressen? Oder vielleicht sogar einen Terroranschlag zu verüben?
Eine atemlose Jagd von den Urwäldern Boliviens über Dubai bis Tokio beginnt...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Buches hat mich unglaublich neugierig auf die Geschichte gemacht, wobei auch das Cover zwar schlicht, aber echt passend ist, wie übrigens auch der Titel "Heartware". Einmal mit dem Lesen begonnen, wollte ich den Thriller gar nicht mehr aus der Hand legen und habe ihn in kurzer Zeit beendet. Von vorne bis hinten hat mich an "Heartware" alles begeistert. Die Charaktere, vor allem Hauptprotagonist Adam Eli und den aus ärmeren Verhältnissen stammenden Jommy, dem leider nur eine kleine Rolle zugesprochen war, mochte ich auf Anhieb. Ich hätte gerne mehr über sein, und das Leben seiner besten Freundin Queenie erfahren. Zum Schreibstil kann ich nur sagen, dass die Autorin zwar an einigen Stellen Fremdwörter, die sich einerseits auf Technik, andererseits auch auf Philosophie beziehen, verwendet, diese das Niveau des Buches aber erhöhen und mich oft zum Nachdenken angeregt haben. In ihrem Thriller behandelt Jenny-May Nuyen also einige bemerkenswerte, faszinierende Themen, wie z.B. die Welt der Computer, die Folgen einer verstörenden Kindheit und den Sinn des Seins. Es wird abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptprotagonisten erzählt, sodass ein guter Einblick in deren Handeln, Gedanken und Gefühle gewährleistet wird. Zudem sorgen Rückblicke in Adams Vergangenheit für ein zusätzliches Verständnis für Adams Liebe zu Willenya, da die Autorin das Zusammentreffen der beiden als Jugendliche offenbart. Das ganze Buch über bleibt eine konstante Spannung erhalten, die sich zum Ende hin noch einmal steigert und glücklicherweise das ein oder andere Mal mit Humor durchbrochen wird. 

Mein Fazit:
Ich kann diesen wunderbaren Thriller jedem ans Herz legen, der etwas über die Macht der Technik, die heutzutage herrscht, lesen möchte, den aber auch die Definition von Menschsein interessiert.

Ein großes Dankeschön an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Heartware bekommt von mir volle 5/5 Sterne!


Montag, 24. Juli 2017

Rezension: Die Räuberbraut - Astrid Fritz

 
Titel: Die Räuberbraut
Autorin: Astrid Fritz
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 496
Verlag: Wunderlich
Preis: 19,95€ 
Genre: Historischer Roman


Inhalt:
Das Leben an der Seite eines Räuberhauptmanns: 
dramatisch, romantisch und hochgefährlich

Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, durfte ich an der Blog-Tour zu "Die Räuberbraut" teilnehmen und werde euch jetzt selbstverständlich meine Meinung zu diesem Buch mitteilen. Da ich ganz neu auf diesem Gebiet bin, das also mein erster Historischer Roman war, den ich las, war ich sehr 
gespannt, ob ich mich in ein Geschehen, das schon so weit zurückliegt, hineinversetzen kann. Meine Zweifel waren unbegründet, weil ich mich direkt in der Geschichte zurechtfand und mit den Protagonisten mitfühlen konnte. Während ich mit Johannes Bückler, dem Schinderhannes also, nicht recht warm werden konnte, waren mir Juliana, vom ihm auch "Julchen" genannt und vor allem Leyendecker, einer von Johannes Kumpanen sehr sympathisch. Astrid Fritz' etwas altertümlicher Schreibstil ermöglichte es mir, mich noch besser in die Welt um 1800 hineinzuleben. Glücklicherweise gab es am Ende des Romans ein Glossar mit veralteten Worten, sodass ich bei mir unbekannten Wörtern die jeweilige Bedeutung nachsehen konnte. Was das Lesevergnügen meiner Meinung nach auch gesteigert hat, war die Tatsache, dass Astrid Fritz sich hauptsächlich auf Fakten, die sie den Verurteilungsakten des Schinderhannes entnommen hat, konzentriert hat. So bekommt die Geschichte einen sehr realen Beigeschmack und berührt den Leser weitaus mehr, als eine frei erfundene Geschichte. Inhaltlich habe ich einen großen Einblick in das Leben und Streben eines Räubers und die Gefahren, die es mit sich bringt, gelernt. Vor allem Julianas Situation fand ich faszinierend, da sie für ihre Liebe zum Schindehannes so einigen Gefahren trotzen musste. Am meisten hat mich jedoch das Ende beeindruckt, da es schlicht und ergreifend schockierend ist und ich bis ganz zum Schluss mitgefiebert habe. An dieser Stelle möchte ich euch natürlich nicht zu viel verraten, um nicht die Spannung zu verderben. ;)

Mein Fazit:
Ein Buch, dass ich jedem, der sich für das Leben eines Räubers und seiner Frau interessiert, empfehlen kann!

Ein großes Dankeschön an den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung des Buches!

Die Räuberbraut bekommt von mir 4/5 Sterne!

Mittwoch, 19. Juli 2017

Blog-Tour Tag 6: Was Astrid Fritz zum Schreiben braucht: ihren PC, viel Ruhe und eine Tüte Haribo

Im folgenden Beitrag, der aus der Feder von Astrid Fritz stammt, könnt ihr etwas über ihre Schreibgewohnheiten erfahren. Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen!





Zwei Fragen werden mir bei Lesungen oder in Interviews immer wieder gestellt: wie denn mein Arbeitstag aussehe und wie ich beim Schreiben vorgehe. Zu Letzterem: Das Schreiben selbst ist, erst recht bei historischen Romanen, nur ein Teil der Schriftstellerei. Da muss erst mal die Buchidee entwickelt, müssen Handlungsstruktur und die wichtigsten Figuren entworfen werden, bevor es ans eigentliche Schreiben geht. Nebenbei gilt es, online präsent zu sein über Leserunden und die eigene Website, Lesungen müssen vorbereitet und Emails oder Briefe beantwortet werden, und dann sind da auch noch die leidigen Büro- und Steuertätigkeiten. Einen ganz großen Raum nimmt bei mir natürlich die Recherche ein, aber darauf komme ich gleich noch zurück.

Ansonsten ist mein Arbeitstag eigentlich ziemlich unspektakulär: Nach einem guten Frühstück mit der Stuttgarter Zeitung (beides sehr wichtig!) schalte ich so gegen halb neun den PC ein. Bin ich schon im Schreibprozess, dann ist der Vormittag meine beste Zeit. Dabei muss ich möglichst ungestört sein, nehme das Telefon nur in Notfällen ab, weil ich mich völlig konzentriert einlassen muss auf den Stoff. Mein Maskottchen, die lesende Magd aus Oberammergau, strahlt hierzu die nötige Ruhe aus. Übrigens schreibe ich immer vom Anfang aufs Ende zu, arbeite mich quasi wie ein Maulwurf durch meine Geschichte.

Nach etwa vier bis fünf Stunden reicht es denn auch, und ich gönne mir eine zweistündige Mittagspause mit Kochen, Essen, Lektüre der restlichen Zeitung (wobei ich dann nicht selten einnicke auf dem Sofa) oder einem Ausflug an die frische Luft. Am Nachmittag überarbeite ich dann nochmals das Geschriebene (mehr als vier bis fünf Manuskriptseiten pro Tag sind es selten), dann ist Organisatorisches an der Reihe, siehe oben, oder das Vorbereiten
von Lesungen, Vorträgen, Online-Texten. Das kann bis zum frühen Abend gehen, und kurz vor Abgabeterminen muss auch mal ein Samstag oder Sonntag dran glauben.





Wenn man vom Schreiben lebt, ist die Schriftstellerei also ein Fulltime-Job, und wie bei anderen Berufstätigen kommt der Haushalt immer zuletzt. Das Schöne an meinem Beruf ist aber, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann: Etwa im Sommer morgens schwimmen gehen und dafür abends länger dran bleiben.

Die sogenannten Schreibblockaden kenne ich natürlich auch. Da ich aber historische Romane schreibe, gibt es zwischendurch immer noch genügend Details zu recherchieren (wie hießen damals die Stadttore von Stuttgart? Ab wann gab es Postkuschen oder Tabak und Kaffee?), und am nächsten Tag sind solche Blockaden meist schon wieder vorbei. Was meinem Denkvermögen übrigens auch wieder auf die Sprünge hilft, ist ein Energielieferant namens Haribo (Achtung, Schleichwerbung!). Ich liebe fast alle Sorten und muss an mich halten, die Dinger nicht tütenweise zu essen.





Mein Arbeitsalltag ist also ziemlich durchstrukturiert, und es braucht Disziplin, was mich manchmal selbst wundert, da ich eigentlich eher ein chaotischer Mensch bin. Aber anders geht es nicht, da ich mich, wie jede „Projektleiterin“, an Termine halten muss. Wenn ich dann mal auf Lesereisen oder Recherchefahrten bin, merke ich, wie mein Arbeitsrhythmus plötzlich durcheinander gerät. So eingefahren bin ich schon, denke ich dann.

Wie komme ich nun an die zahlreichen Details für meine historischen Romane? Wie die meisten Autoren arbeite ich am PC, sammle zu allen möglichen Themen Fakten, die ich in Dateien packe, und recherchiere hierzu natürlich auch im Internet, wo inzwischen viele Originalquellen abrufbar sind (ansonsten ist das Internet ein Gemischtwarenladen, in dem sich neben erhellenden Beiträgen ganz schön viel Ramsch tummelt). Die vielleicht wichtigste Basis bilden nach wie vor meine zahlreichen Nachschlagewerke und Sachbücher zu Alltags- und Zeitgeschichte, oft mit Quellentexten und tollem Bildmaterial – auf der Seite http://astrid-fritz.de/arbeitsplatz.html habe ich einen kleinen Ausschnitt aus meinen sieben Metern Bücherregal dokumentiert.

Ich lese also sehr viel (und gerne!), bevor ich loslege, bei wichtigen Schauplätzen arbeite ich mich auch durch die jeweiligen Stadt- und Landesgeschichten. Richtig Spaß macht dann die Recherche vor Ort, mit Kamera und Notizblock, wo ich historische Schauplätze auf mich wirken lassen kann und möglichst ein Heimat- und Stadtmuseum besuche. In einem dieser Blog-Beiträge habe ich meine Recherchereise in den Hunsrück für die „Räuberbraut“ dokumentiert.





Übrigens stoße ich auf meine neuen Buchideen fast immer beim Recherchieren. Beispielsweise hatte ich für meine Arbeit an der “Gauklerin“ das Nördlinger Stadtmuseum besucht und dort eine Deckenfahne entdeckt, mit Infos über den Schneidergesellen Adam Portner, der sich als Frau entpuppte und deshalb 1565 vor Gericht kam. Als ich dann über das Stadtarchiv noch weitere Fakten und Details bekam, wurde mir klar: Das ist der Stoff für einen Roman!
Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Von der Idee bis zum fertigen Buch mit 400 bis 500 Seiten geht bei mir ein gutes Jahr ins Land, und langweilig wird’s dabei eigentlich nie …


An dieser Stelle möchte ich mich für diesen Einblick ganz herzlich bei der Autorin bedanken!

Wenn ihr jetzt neugierig auf das Buch geworden seid, könnt ihr gerne auf meinem Instagram Account @buecherecke vorbeischauen, da ich dort ein Exemplar von "Die Räuberbraut" verlosen werde!

Morgen könnt ihr den nächsten Beitrag bei fraugoetheliest.wordpress.com lesen.



Hier zur Übersicht noch einmal die einzelnen Stationen der Blog-Tour:


14. Juli: Von der Musikkneipe zum Buchprojekt
rowohlt.de


15. Juli: Mit einem Bein im Gefängnis (I): Frauen im fahrenden Volk
die-rezensentin.blogspot.de



16. Juli: Mit einem Bein im Gefängnis (II): Frauenleben im Räubermilieu zwischen Angst und Emanzipation
dierabenmutti.de



17. Juli: Astrid Fritz’ Reise durch den idyllischen Hunsrück – mit der Kamera auf den Spuren der Schinderhannesbande
klusiliest.blogspot.com



18. Juli: Schinderhannes' Schauplätze im Spiegel der Zeit
nichtohnebuch.blogspot.de



19. Juli: Was Astrid Fritz zum Schreiben braucht: ihren PC, viel Ruhe und eine Tüte Haribo
buecherecke8.blogspot.de



20. Juli: Astrid Fritz im Gespräch - ein Interview
fraugoetheliest.wordpress.com



21. Juli: Astrid Fritz liest «Die Räuberbraut» - ein Video
goldkindchen.blogspot.com

















Sonntag, 16. Juli 2017

Rezension: Paul McCartney - Philip Norman

Titel: Paul McCartney 
Originaltitel: Paul McCartney. The Biography
Autor: Philip Norman
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2017 
Seitenzahl: 976
Verlag: Piper
Preis: 32,00€
Genre: Biografie


Inhalt:
Fünf Grammys, elf Mal als Solokünstler in den deutschen Album-Top Ten und Autor von über eintausend Songs – Paul McCartneys Karriere ist in jeder Hinsicht von Superlativen geprägt. Nun schreibt der renommierte Rock-Biograf Philip Norman seine Geschichte auf – erstmals mit McCartneys Einverständnis und unter Einbezug von Freunden und Familie. So entsteht ein kenntnisreiches Portrait von Pauls oftmals nicht ganz einfachen Beziehung zu John Lennon, der tragischen Zeit nach der Auflösung der Beatles und des Kampfs zurück in den Pop-Olymp mit den Wings, der fast dazu geführt hätte, dass McCartney in Afrika ermordet worden wäre. Norman legt hier mit bisher unveröffentlichten Details und kritischen Erkenntnissen die umfassende Biografie einer der größten musikalischen Legenden unserer Zeit vor.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Als ich vor kurzer Zeit ein Paket vom Postboten in die Hand gedrückt bekam und es anschließend neugierig öffnete war ich so erfreut, ein Buch in Händen zu halten, wie selten zuvor in meinem Leben. Bis jetzt habe ich keinen blassen Schimmer, woher das Team vom Piper Verlag von meiner Bewunderung den Beatles und vor allem Paul McCartney gegenüber wusste. Zum Cover lässt sich nur sagen, dass es wunderbar passend in schwarz-weiß gehalten ist und einen noch jungen Paul zeigt. Ich habe natürlich direkt einen Blick ins Buch geworfen und auch relativ zeitig voller Erwartung mit dem Lesen begonnen. Mit ist sofort aufgefallen, dass Philip Norman in einfachen, verständlichen Worten schreibt, sodass sich auch Abschnitte, in denen über spezielle, mir noch sehr unbekannte Themen, wie z.B. die Gerichtsverhandlungen, an denen Paul teilnimmt, berichtet wird, gut nachvollziehen lassen. Jedoch stellt der Autor Paul auffällig oft in ein übertrieben ansehnliches Licht, was damit zu begründen ist, dass er ihn zuvor in seiner Beatles-Biografie Shout! in den 1980ern übertrieben negativ dargestellt hat und dies mit dieser Biografie zu entschuldigen versucht. Abgesehen von dieser Tatsache habe ich glücklicherweise nur Gutes über dieses Buch zu offenbaren. Auf den fast 1000 Seiten über eine der größten Musiklegenden unserer Zeit gibt es unglaublich viel über sein Leben, angefangen bei seiner Kindheit und sogar seinen Vorfahren über das Zusammentreffen mit John Lennon und die Zeit der Beatles bis zur Gründung der Band Wings und seinen heutigen Projekten zu erfahren. Trotz der Gegebenheit, dass teilweise zäh erscheinende Ereignisse Thema sind, wird es auf keiner einzigen Seite langweilig, da Philip Norman oftmals mit viel Humor formuliert. Obwohl ich vor dem Lesen dieses Buches der festen Überzeugung war, schon einiges über Paul zu wissen, wurde ich eines besseren belehrt und habe eingesehen, dass ich nur über einen verschwindend geringen Teil seines Lebens eine leise Ahnung hatte. Angenehm überrascht war ich auch von den vier Fotostrecken, die sich durch die Biografie schlängeln und Pauls Sein wunderbar dokumentieren und Menschen, die für ihn eine große Bedeutung hatten oder noch immer haben, vorstellen. Hilfreich war zudem das Register im Anhang, wo die wichtigsten Personen, Orte und Vereinigungen zum Nachschlagen aufgeführt werden. Wie auch bei der Biografie über Freddie Mercury, die ich letztes Jahr gelesen habe, bin ich wieder grenzenlos begeistert von der großen Menge an Informationen, an denen ich beim Lesen teilhaben durfte!


Mein Fazit:
Allen, die sich für den Menschen Paul McCartney und seine Lebensgeschichte interessieren, ist diese Biografie kraftvoll ans Herz zu legen!

Ich danke dem Piper Verlag an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für das überraschend eintreffende Rezensionsexemplar!

Paul McCartney bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Montag, 12. Juni 2017

Rezension: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus - Doris Anselm

Titel: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus
Autorin: Doris Anselm
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl:  192
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Erzählungen


Inhalt:
Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris Anselms Erzählungen begegnen uns Karrieremenschen und Loser, Charismatiker und Verrannte, die diese Momente lostreten oder erleben. So wechselt ein Schmuckstück den Besitzer, unpersönlich und doch symbolträchtig. Am Ende ist ein Mädchen erwachsen geworden und ihr Lehrer ein Stück kindlicher. Dabei bleibt manches scheinbar Wichtige elegant in der Schwebe, um den Blick fürs Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt mit, ein böses Wuchern und Wachsen. Doris Debüt besticht durch seine hellsichtigen Beobachtungen, sprachliche Reife und Vielschichtigkeit.

Mein Lieblingsfazit:

Meine Meinung:
Da ich gerne Kurzgeschichtensammlungen lese, wollte ich diese hier, die sogar der Feder einer deutschen Autorin entstammt, unglaublich gerne lesen. Diese Wntscheidung bereue ich nicht, da es die Sammlung ist, die mir bisher am besten gefallen hat! Es gibt eine riesige Auswahl an Charakteren, Schauplätzen, Handlungen und natürlich auch Schreibstilen. Mal wird in der Gegenwart in der Ich-Perspektive, mal in der Vergangenheit und in der Perspektive eines Hauptprotagonisten berichtet. Mal geht es um Erlebnisse aus der Kindheit, mal um die Freundschaft von zwei alten Damen. Genau diese große Vielfalt ist es, die das Buch für mich zu so etwas besonderem macht. Hinzu kommt noch, dass Doris Anselms Wortschatz und auch ihre Kreativität auf einem unfassbar hohen Niveau stehen, sodass ihre Geschichten den Leser jedes Mal entweder amüsiert lächeln oder erschrocken oder verständnisvoll dreinblicken lassen. Dieses Buch hat meine positive Meinung zu Kurzgeschichten auf jeden Fall bestärkt und ich werde sicherlich noch einige weitere lesen!

Mein Fazit:
Dieses Buch kann ich jedem, der über die Vielfalt des Lebens lesen möchte, empfehlen! 

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension: Ein Sommer in Corona del Mar - Rufi Thorpe

Titel: Ein Sommer in Corona del Mar
Originaltitel: The Girls from Corona del Mar
Autorin: Rufi Thorpe
Erscheinungsdatum:  13. März 2017
Seitenzahl: 352 
Verlag: btb
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Es ist Sommer in der südkalifornischen Stadt Corona del Mar. Die beiden Freundinnen Mia und Lorrie Ann sind unzertrennlich. Doch als Lorrie Anns Vater stirbt, weiß Mia nicht, was sie für ihre Freundin tun kann. Und dies ist nur der erste von vielen schweren Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann treffen werden... Jahre später steht Lorrie Ann plötzlich wieder vor Mias Tür: barfuß, hungrig und vom Leben gezeichnet. Und Mia kann nicht verstehen, wie das Leben ihrer scheinbar makellosen Freundin so aus dem Ruder laufen konnte. Kann es sein, dass sie Lorrie Ann nie wirklich gekannt hat?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung: 
Direkt am Anfang muss ich unbedingt etwas klarstellen: Der Inhalt und der Titel des Buches haben ungefähr so viel mit dem Cover zu tun, wie ein Apfel mit einem Auto; also praktisch gar nichts. Dafür ist diese Tatsache auch das einzige, was ich an dem Roman zu bemängeln habe. Die Geschichte, die über viele Jahre, auch mittels Rückblenden, erzählt wird, weist so viele überraschende Wendepunkte auf, dass ich fast auf jeder Seite geschockt von einer erneuten Schicksalswendung war. Mia und Lorrie Ann, die beiden Hauptprotagonistinnen tragen zu diesem Überraschungseffekt bei, indem sie von Rufi Thorpe sehr genau ausgefeilt wurden und mir somit super real erschienen. Zu den beiden möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, weil euch das die ganze Spannung vermiesen würde und ihre Freundschaft ja eines der Hauptelemente des Romans ist. Aber ich kann sagen, dass ich andere Figuren, wie z.B. Lorrie Anns Mutter Dana und Mias Freund Franklin echt sympathisch fand. An Authentizität gewinnt die Handlung ebenfalls durch das Erzählen in der Ich-Perspektive durch Mia, da es mir so umso leichter fiel, mich in ihre Situation hineinzuversetzen und ihr Handeln und Denken nachzuvollziehen. In meinen Augen ist die Autorin ihr Buch mit viel Humor angegangen, sodass die Dialoge der Charaktere oft um Schmunzeln anregen. Dies gelingt ihr sehr gut, wobei sie auch ernst zu nehmende Themen wie Drogen, ungeplante Kinder und Behinderungen behandelt. Das Ende war für mich persönlich nicht ganz zufriedenstellend, weil es relativ offen war und ich glaube, dass es keine Fortsetzung geben wird.

Mein Fazit:
Ich bin der Meinung, dass dieses Buch jeder lesen sollte, der sich für die oftmals komplizierte Konstruktion einer Freundschaft interessiert!
Vielen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Ein Sommer in Corona del Mar bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Sonntag, 4. Juni 2017

Rezension: Ganz andere Geschichten - Ali Smith

Titel: Ganz andere Geschichten 
Originaltitel: Other Stories and Other Stories
Autorin: Ali Smith
Erscheinungsdatum: 9. Mai 2017 
Seitenzahl: 160 
Verlag: btb 
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
Menschen erzählen sich Geschichten, weil sie sich lieben, und andersherum: Geschichten beweisen, dass es Liebe unter den Menschen gibt. So ist es jedenfalls in Ali Smiths Universum, in dem das Erzählen Menschen zusammenbringen und trennen kann, in dem Geschichten so wichtig sind, dass sie sich gegenseitig ins Wort fallen oder auseinander entstehen oder zu etwas ganz Neuem führen. Die Blumensendung eines Unbekannten, ein verwundeter Vogel, den die Katze ablegt, ein Sonnenbad auf dem Garagendach, Gedanken beim Geschirrwaschen – aus ganz alltäglichen Situationen zaubert Ali Smith Geschichten voller Menschlichkeit und Zärtlichkeit, Witz und Lebenslust.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Da ich von Ali Smith vor ein paar Monaten bereits eine Kurzgeschichtensammlung gelesen und geliebt habe, wollte ich mir diese hier natürlich auch ansehen. Einmal mit dem Lesen angefangen, habe ich die zwölf kleinen Geschichten in einem Rutsch gelesen. Frau Smith hat bei jeder Erzählung in einem anderen Schreibstil geschrieben, mal hat sie in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, mal in der Ich-Perspektive, mal aus der Perspektive eines Protagonisten, mal in schlichten und mal in hochgestocheneren Worten geschrieben, was meiner Meinung nach für eine große Abwechslung im Lesevergnügen gesorgt hat. Selbstverständlich mochte ich nicht jede Geschichte genauso gerne, wie die vorherige, aber es gab keine einzige, die ich nicht mochte, oder die mich nicht in ihren Bann gezogen hat. Mit der Vielfalt der Geschichten kommt natürlich auch eine Vielfalt der Charaktere auf, die vollkommen unterschiedlich gehandelt und gedacht haben. Beruhend auf der Tatsache, dass jede Erzählung ein anderes Thema behandelt, ist für jeden Geschmack etwas dabei und man sollte ich genug Zeit nehmen, um über die einzelnen Geschichten nachdenken zu können. An dieser Stelle kann ich nur sagen: Überzeugt euch selbst von der Kreativität der Autorin, indem ihr das Buch lest! 

Mein Fazit:
Ich kann diese Kurzgeschichtensammlung jedem ans Herz legen, den die kleinen, aber wichtigen Situationen des Lebens faszinieren und der gerne über sie liest!

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ganz andere Geschichten bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Rezension: Gehe hin, stelle einen Wächter - Harper Lee

Titel: Gehe hin, stelle einen Wächter
Originaltitel: Go Set a Watchman
Autorin: Harper Lee
Erscheinungsdatum: 12. September 2016
Seitenzahl: 320
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, da ich von ''Wer die Nachtigall stört" nur gutes gehört habe und aus diesem Grund wissen wollte, was Harper Lee auszeichnet. Also fing ich mit dem Lesen an und fand mich auch recht schnell in das Geschehen ein. Zu meiner Überraschung war die Sprache, abgesehen von ein paar Wörtern, gut verständlich. Jedoch hatte ich anfangs und auch zwischenzeitlich Probleme mit der Übersicht über die Charaktere, weil einfach sehr viele mit ins Spiel kamen. Das war aber nicht ganz so schlimm, weil ein Großteil der Menschen lediglich in Rückblenden erwähnt wurde. Die Tatsache, dass es Rückblenden gab, um dem Leser einen Eindruck von Jean Louises Kindheit und Jugend zu geben, hat mir echt gut gefallen, da ich ihr Denken so besser nachvollziehen konnte. Abgesehen von ihr war mir ihr exzentrischer Onkel und ihr Vater, der sie großzog, sympathisch, wobei ich jedoch gerne mehr über die beiden erfahren hätte. Harper Lee behandelt in ihrem Roman zwar ernste Themen, wie z.B. Rassismus und Identitätskrisen, aber sie lässt an der ein oder anderen Stelle zur Auflockerung glücklicherweise humorvolle Worte zu. Meines Empfindens ist die Handlung manchmal etwas zäh geflossen, da viele verschiedene Themen in die Erzählung mit eingeflossen sind. Andererseits hat diese Tatsache Abwechslung in die Geschichte gebracht, sodass ich mich an dieser Stelle nicht beschweren möchte, auch, weil ich den Roman trotzdem an einem Tag lesen konnte. Zum Ende kann ich nur sagen, dass es mich überrascht und mir gleichzeitig gefallen hat, mehr verrate ich euch nicht. ;) 
Da ich den Roman alles in allem wirklich gelungen fand, werde ich bald auf alle Fälle noch "Wer die Nachtigall stört" lesen!

Mein Fazit:
Diesen 2015 aus der Versenkung erschienenen Roman kann ich jedem ans Herz legen, der sich für die Gedanken und die Ansichten der amerikanischen Menschen Mitte des 20. Jahrhunderts erwärmen kann.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!

Gehe hin, stelle einen Wächer bekommt von mir 4/5 Sterne!


Dienstag, 30. Mai 2017

Rezension: Die Magermilchbande - Frank Baer

Titel: Die Magermilchbande
Autor: Frank Baer
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2017
Seitenzahl: 416
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname »Magermilch«, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Roman hat mich sowohl das Cover, als auch der Klappentext angesprochen, da ich die Flüchtlingskinder schlicht und ergreifend auf ihrer Reise begleiteten wollte. Am Anfang hatte ich einige Probleme, mich in das Geschehen zu vertiefen, weil die Figuren und ihr derzeitiges Leben erst einmal vorgestellt wurden und mir das etwas zu langwierig erschien. Dafür wurde es nach den ersten 150 Seiten super spannend, wobei diese Spannung im ganzen weiteren Verlauf des Buches konstant auf einem hohen Niveau verweilte, sodass ich es nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten in drei Tagen beendet habe. Aufgrund der Tatsache, dass der Roman ursprünglich 1979 veröffentlicht wurde, lässt sich eine nicht sehr moderne Sprache und in der wörtlichen Rede der Charaktere eine Art Dialekt feststellen, was die Geschichte für mich noch authentischer wirken ließ. Diese Authentizität wurde außerdem dadurch erzeugt, dass der Autor sehr viele Interviews mit ehemaligen Betroffenen auswertete, dass das Geschehen also einen realen zeitgeschichtlichen Hintergrund hat. Die Protagonisten wirken aus diesem Grund sehr ausgefeilt und waren mir soweit alle sympathisch, vor allem Adolf mit seiner bescheidenen Art, Maxe mit seiner Unerschrockenheit und die kleine Tilli mit ihrer Dickköpfigkeit. Zudem habe ich beim Lesen einiges über die Lebensqualität der damalig lebenden Menschen und die Situation in Deutschland gelernt. Meiner Meinung nach war das Ende jedoch zu offen, sodass der Leser nicht mehr erfährt, was denn nach der Ankunft in Berlin mit den Kindern passiert.

Mein Fazit:
Ich kann "Die Magermilchbande" jedem empfehlen, der sich für das Schicksal von Flüchtlingskindern im zweiten Weltkrieg und auch das Leben der Menschen zu dieser schwierigen Zeit interessiert.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Magermilchbande bekommt von mir 4/5 Sterne!



Samstag, 22. April 2017

Rezenison: Das geheime Leben des Monsieur Pick - David Foenkinos

Titel: Das geheime Leben des Monsieur Pick
Originaltitel: Le mystère Henri Pick
Autor: David Foenkinos
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 336
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Über das Glück, vom Leben überrascht zu werden ...

Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Mich hat die Idee von einer Bibliothek für zurückgewiesene Bücher sofort angesprochen und auch das Cover hat mich neugierig auf  die Geschichte gemacht. Als ich einmal das Buch aufgeschlagen hatte, habe ich es fast in einem Rutsch gelesen, da David Foenkinos mit leichten, anschaulichen Worten erzählt und der Roman zudem aus einer spannenden Geschichte besteht, welche aus verschiedenen Handlungssträngen mit unterschiedlichen Personen zusammengesetzt ist. Man fragt sich die ganze Zeit, wer denn jetzt das entdeckte Buch des angeblichen Monsieur Pick geschrieben hat. Außerdem gab der Autor seinem Buch eine lustige Würze, da er oftmals passende Fußnoten hinzufügte. Auf der anderen Seite regt "Das geheime Leben des Monsieur Pick" aber zugleich zum Nachdenken an, da es offenbart, dass die Menschen sehr oft mehr auf das Drumherum, also die Hintergründe, als auf den eingentlichen Inhalt von Büchern, aber auch anderen Medien, achten. Die Protagonisten der Geschichte waren mir offen gesagt allesamt sympathisch, da jeder Charakter irgendwelche Makel hatte, jedoch trotzdem liebenswert erschien. Vor allem möchte ich die zielstrebige, gutwillige Delphine und den herzensguten Rouche, der von einem Unglück ins nächste trampelt. Das Ende war meiner Meinung nach das beste am ganzen Buch, weil es einfach unglaublich überraschend ist, und sogar eine Art Moral beinhaltet.

Mein Fazit:
Ein Buch mit einem besonderen, eigenen Charme, das bis zum Ende seine Spannung hält und mit sympathischen Charakteren überzeugt. 

Ein großes Dankeschön an die DVA für die Bereitstellung des Buches!

Das geheime Leben des Monsieur Pick bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 12. April 2017

Rezension: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands - Salvatore Basile


Titel: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands
Originaltitel: Lo strano viaggio di un oggetto smarrito
Autor: Salvatore Basile
Erscheinungsdatum: 13. März 2016
Seitenzahl: 352
Verlag: Blanvalet
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Seit seine Mutter ihn als Kind verlassen hat, lebt der dreißigjährige Michele von der Außenwelt abgeschottet im Bahnhofshäuschen eines verschlafenen, idyllischen Dorfs in Italien. Seine einzige Gesellschaft sind die liegengebliebenen Gegenstände, die er im täglich ein- und ausfahrenden Zug einsammelt und in seinem Zuhause um sich schart. Doch dann begegnet ihm Elena, die sein Leben wie ein Wirbelwind auf den Kopf stellt und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Als er kurz darauf sein altes Tagebuch wiederfindet, das seine Mutter damals mitnahm, als sie aus seinem Leben verschwand, gibt dies den Anstoß für eine wundersame Reise quer durch Italien, die Micheles ganzes Leben verändern wird...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Diesen Roman wollte ich nach dem Lesen des Klappentextes unbedingt lesen, da ich mich schlicht und ergreifend gefragt habe, ob Michele seine Mutter wiederfindet und wie er mit der ungewohnten Situation umgeht, wenn er seinen Bahnhof nach jahrzehntelanger Einsamkeit verlässt. Michele war mir direkt zu Beginn sehr sympathisch, da ich seine Abgrenzung nach dem Verschwinden seiner Mutter in der Kindheit gut nachvollziehen konnte. Zudem ist er ein von Grund auf herzensguter Mensch und versucht im Interesse seiner Mitmenschen zu handeln. Auch Elena mit ihrer aufgeweckten und ehrlichen Art und ihrem Optimismus hat mir echt zugesagt. Auf seiner Reise trifft Michele auf eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Menschen, die ihm jedes Mal etwas wichtiges auf den Weg geben, worauf er merkt, was er in seinem Leben alles versäumt hat. Meiner Ansicht nach hat der Autor eine interessante, teils etwas altertümliche Wortwahl, was das Buch von anderen Romanen unterscheidet. Es wird zwischen den Sichten von den zum Zeitpunkt des Geschehens am wichtigsten Protagonisten erzählt, was einen gut durchleuchtenden Überblick über die Gedanken und Gefühle der Charaktere gibt. Das Ende hat mir ziemlich gut gefallen, da es zwar in einem Punkt vorhersehbar, aber größtenteils super überraschend war und eine Art Moral beinhaltete.

Mein Fazit:
Ein Roman mit einem interessanten Thema, das realitätsnahe Protagonisten und ein schönes Ende bereithält.

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands bekommt von mir 4/5 Sterne!