Samstag, 19. August 2017

Rezension: Marschmusik - Martin Becker

Titel: Marschmusik
Autor: Martin Becker
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 288
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Roman 


Inhalt:
In den frühen Sechzigern lernen sich die Eltern des jungen Mannes kennen: Sie ist Näherin, er ist Kohlenhauer. Viele Jahrzehnte später will der erwachsene Sohn endlich Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen: Wie hat die Familie gelebt inmitten von Zechentürmen, Taubenschlägen und Schrebergärten? Und was ist eigentlich noch übrig vom bescheidenen Reihenhaus, das dem erwachsenen Sohn doch früher vorkam wie ein Palast? Wie lange wird seine Mutter noch rauchend im Sessel sitzen und sich an den verstorbenen Vater erinnern? Und was bleibt, wenn es das alles wirklich bald nicht mehr gibt? Martin Becker erzählt vom Aufwachsen in einer proletarischen Familie am Rande des Ruhrgebiets. Vom Außenseitertum der kleinen Leute, aber auch von Momenten großen Glücks, die in einer vermeintlich tristen Kleinstadtkindheit doch immer wieder aufblitzen. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich lesen, weil ich selber auch im Ruhrgebiet lebe und einen Einblick in die Arbeit unter Tage und das Leben einer solchen Familie bekommen wollte. Erzählt wird in der Ich-Perspektive und oft in der Gegenwart, wodurch das Bild, das beim Lesen von dem Hauptprotagonisten, der übrigens keinen Namen hat, entsteht, umso klarer erstrahlt. Es fühlt sich an, als würde man in den vergilbten Seiten seines Tragebuchs blättern, das von seiner Kindheit und seiner Jugend berichtet. Abwechselnd wird auch aus der Sicht seines Vaters und dessen Zeit unter Tage und das darauf folgende Zusammentreffen mit seiner Mutter geschildert. Außerdem gibt es einen dritten Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und vom Besuch des Protagonisten Mündendorfs (sein Heimatdorf) und seiner Mutter erzählt. Dabei wird seine Angst und sein Unbehagen gegenüber diesem Ort deutlich, das er verzweifelt zu bekämpfen versucht. Martin Becker macht in seinem Roman von einer guten Portion Humor Gebrauch, wobei er aber auch die bedeutenden Dinge des Lebens, wie Heimat und die eigene Vergangenheit zum Thema macht und auf die kleinen Glücksmomente in einem ansonst vielleicht durchschnittlichen Leben aufmerksam macht. Meiner Meinung nach regt dieser Roman sehr zum Nachdenken über genau diese Elemente an. Er ist in drei Teile unterteilt, die jeweils die Entwicklung des Protagonisten in Bezug auf das Verständnis für seine Familie dokumentieren. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch in eine Art Rahmen gelegt wurde, dass der Anfang und das Ende sich also perfekt ergänzen.

Mein Fazit:
Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der sich wie ich für die Geschichte des Ruhrgebiets, die am Beispiel einer typischen Kleinstadtfamilie, erzählt wird, interessiert.

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Marschmusik bekommt von mir volle 5/5 Sterne!



Mittwoch, 16. August 2017

Rezension: AC/DC: Maximum Rock'n'Roll - Murray Engleheart, Arnaud Durieux

Titel: AC/DC: Maximum Rock'n'Roll
Originaltitel: ACDC Maximum Rock'n'Roll
Autoren: Murray Engleheart, Arnaud Duriex
Seitenzahl: 624
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 16,99€
Genre: Biografie


Inhalt:
In Maximum Rock’n’Roll erzählen Murray Engleheart und Arnaud Durieux, beide Journalisten und Intimfreunde der Band, umfassend die Geschichte von Australiens Rockexport Nummer eins. Authentisch und ungeschönt dokumentieren sie den Aufstieg der fünf knallharten Jungs aus Sydney, den auch der tragische Tod von Sänger Bon Scott 1980 nicht aufhalten konnte. Neben unveröffentlichtem Bildmaterial und Dokumenten aus Durieuxs legendärem Bandarchiv sowie über 60 exklusiven Interviews mit Bandmitgliedern, Freunden und Kollegen werteten die Autoren mehr als 5000 Artikel und 700 TV- und Radiointerviews aus. Maximum Rock’n’Roll ist ein fantastischer Trip durch das Leben einer echten Rock’n’Roll-Band – mit allen Höhen und Tiefen, Exzessen, Tragödien und viel lauter Musik.


Meine Meinung:
Diese Biografie war die erste, die ich über eine Band gelesen habe und aus diesem Grund eine wirklich neue Erfahrung für mich. Lesen wollte ich sie, weil ich ihre Musik sehr schätze und mehr
über die Menschen erfahren wollte, die hinter ihr stecken. Das Cover ist zwar schlicht gehalten, aber bunte Verzierungen würden zu AC/DC wohl eher nicht passen, oder? Zu Beginn werden die Young Brüder und ihre Familie vorgestellt und dann nach und nach, eben immer zu dem Zeitpunkt, an dem ein neues Mitglied in die Band aufgenommen wird, auch die anderen Musiker. Das ist meiner Meinung nach eine gute Strategie um dem Leser die einzelnen Personen näherzubringen. Dazu gab es glücklicherweise vor jedem Kapitel ein kleines Bild, das mit dem Lauf der erzählten Zeit mithielt und das Geschehen so anschaulich darstellte. Zudem enthält das Buch zwei große Fotostrecken, die für mich die Qualität der Biografie noch um einiges erhöhen, da fast alle wichtigen Personen darauf zu sehen sind und die Geschichte von AC/DC wunderbar dokumentieren. Hilfreich war auch das Register, das am Ende angehängt wurde, um die Möglichkeit zu haben, noch einmal nach Personen, Alben oder Songs nachschlagen zu können, wenn vergessen wurde, worum genau es sich jetzt nochmal bei diesem und jenem handelt. Zu dem Schreibstil der beiden Autoren kann ich nur sagen, dass er einfach gehalten ist und die Ereignisse manchmal etwas langweilig eines nach dem anderen aufgelistet werden, auf der ein oder anderen Seite zur Abwechslung aber glücklicherweise auch einiges an Humor zu finden ist. Damit habe ich auch schon meinen einzigen Kritikpunkt an der Biografie angesprochen, da sie inhaltlich, wie ich finde, die Entwicklung von AC/DC super umfangreich und mit reichlich Anekdoten von zahlreichen TV- und Radiointerviews versinnbildlicht.

Mein Fazit:
Ein Buch, dass ich jedem AC/DC Fan ausdrücklich empfehlen kann, da die ganze Geschichte rund um die Band gut beleuchtet wird. 

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die großzügige Bereitstellung des Buches!

AC/DC Maximum Rock'n'Roll bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 26. Juli 2017

Rezension: Heartware - Jenny-Mai Nuyen

Titel: Heartware
Autorin: Jenny-May Nuyen
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 416 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch 
Preis: 14, 99€
Genre: Thriller

Inhalt:
Erst verdunkelt sie dein Herz, dann die ganze Welt?

Adam Eli hat seine Chance genutzt: Er ist erfolgreicher Ghostwriter, tut alles, um seine kriminelle Jugend vergessen zu machen. Eines verbindet ihn noch mit seinem alten Leben: Seine große Liebe Willenja. Die letzte Begegnung liegt lange zurück, bis heute weiß er nicht, ob sie es war, die ihn damals verriet.
Antwort darauf verspricht der Internettycoon Balthus - wenn Adam sich an der Suche nach Willenja beteiligt. Denn die junge Frau hat den Prototyp einer künstlichen Intelligenz gestohlen. Um Geld zu erpressen? Oder vielleicht sogar einen Terroranschlag zu verüben?
Eine atemlose Jagd von den Urwäldern Boliviens über Dubai bis Tokio beginnt...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Buches hat mich unglaublich neugierig auf die Geschichte gemacht, wobei auch das Cover zwar schlicht, aber echt passend ist, wie übrigens auch der Titel "Heartware". Einmal mit dem Lesen begonnen, wollte ich den Thriller gar nicht mehr aus der Hand legen und habe ihn in kurzer Zeit beendet. Von vorne bis hinten hat mich an "Heartware" alles begeistert. Die Charaktere, vor allem Hauptprotagonist Adam Eli und den aus ärmeren Verhältnissen stammenden Jommy, dem leider nur eine kleine Rolle zugesprochen war, mochte ich auf Anhieb. Ich hätte gerne mehr über sein, und das Leben seiner besten Freundin Queenie erfahren. Zum Schreibstil kann ich nur sagen, dass die Autorin zwar an einigen Stellen Fremdwörter, die sich einerseits auf Technik, andererseits auch auf Philosophie beziehen, verwendet, diese das Niveau des Buches aber erhöhen und mich oft zum Nachdenken angeregt haben. In ihrem Thriller behandelt Jenny-May Nuyen also einige bemerkenswerte, faszinierende Themen, wie z.B. die Welt der Computer, die Folgen einer verstörenden Kindheit und den Sinn des Seins. Es wird abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptprotagonisten erzählt, sodass ein guter Einblick in deren Handeln, Gedanken und Gefühle gewährleistet wird. Zudem sorgen Rückblicke in Adams Vergangenheit für ein zusätzliches Verständnis für Adams Liebe zu Willenya, da die Autorin das Zusammentreffen der beiden als Jugendliche offenbart. Das ganze Buch über bleibt eine konstante Spannung erhalten, die sich zum Ende hin noch einmal steigert und glücklicherweise das ein oder andere Mal mit Humor durchbrochen wird. 

Mein Fazit:
Ich kann diesen wunderbaren Thriller jedem ans Herz legen, der etwas über die Macht der Technik, die heutzutage herrscht, lesen möchte, den aber auch die Definition von Menschsein interessiert.

Ein großes Dankeschön an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Heartware bekommt von mir volle 5/5 Sterne!


Montag, 24. Juli 2017

Rezension: Die Räuberbraut - Astrid Fritz

 
Titel: Die Räuberbraut
Autorin: Astrid Fritz
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 496
Verlag: Wunderlich
Preis: 19,95€ 
Genre: Historischer Roman


Inhalt:
Das Leben an der Seite eines Räuberhauptmanns: 
dramatisch, romantisch und hochgefährlich

Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, durfte ich an der Blog-Tour zu "Die Räuberbraut" teilnehmen und werde euch jetzt selbstverständlich meine Meinung zu diesem Buch mitteilen. Da ich ganz neu auf diesem Gebiet bin, das also mein erster Historischer Roman war, den ich las, war ich sehr 
gespannt, ob ich mich in ein Geschehen, das schon so weit zurückliegt, hineinversetzen kann. Meine Zweifel waren unbegründet, weil ich mich direkt in der Geschichte zurechtfand und mit den Protagonisten mitfühlen konnte. Während ich mit Johannes Bückler, dem Schinderhannes also, nicht recht warm werden konnte, waren mir Juliana, vom ihm auch "Julchen" genannt und vor allem Leyendecker, einer von Johannes Kumpanen sehr sympathisch. Astrid Fritz' etwas altertümlicher Schreibstil ermöglichte es mir, mich noch besser in die Welt um 1800 hineinzuleben. Glücklicherweise gab es am Ende des Romans ein Glossar mit veralteten Worten, sodass ich bei mir unbekannten Wörtern die jeweilige Bedeutung nachsehen konnte. Was das Lesevergnügen meiner Meinung nach auch gesteigert hat, war die Tatsache, dass Astrid Fritz sich hauptsächlich auf Fakten, die sie den Verurteilungsakten des Schinderhannes entnommen hat, konzentriert hat. So bekommt die Geschichte einen sehr realen Beigeschmack und berührt den Leser weitaus mehr, als eine frei erfundene Geschichte. Inhaltlich habe ich einen großen Einblick in das Leben und Streben eines Räubers und die Gefahren, die es mit sich bringt, gelernt. Vor allem Julianas Situation fand ich faszinierend, da sie für ihre Liebe zum Schindehannes so einigen Gefahren trotzen musste. Am meisten hat mich jedoch das Ende beeindruckt, da es schlicht und ergreifend schockierend ist und ich bis ganz zum Schluss mitgefiebert habe. An dieser Stelle möchte ich euch natürlich nicht zu viel verraten, um nicht die Spannung zu verderben. ;)

Mein Fazit:
Ein Buch, dass ich jedem, der sich für das Leben eines Räubers und seiner Frau interessiert, empfehlen kann!

Ein großes Dankeschön an den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung des Buches!

Die Räuberbraut bekommt von mir 4/5 Sterne!

Mittwoch, 19. Juli 2017

Blog-Tour Tag 6: Was Astrid Fritz zum Schreiben braucht: ihren PC, viel Ruhe und eine Tüte Haribo

Im folgenden Beitrag, der aus der Feder von Astrid Fritz stammt, könnt ihr etwas über ihre Schreibgewohnheiten erfahren. Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen!





Zwei Fragen werden mir bei Lesungen oder in Interviews immer wieder gestellt: wie denn mein Arbeitstag aussehe und wie ich beim Schreiben vorgehe. Zu Letzterem: Das Schreiben selbst ist, erst recht bei historischen Romanen, nur ein Teil der Schriftstellerei. Da muss erst mal die Buchidee entwickelt, müssen Handlungsstruktur und die wichtigsten Figuren entworfen werden, bevor es ans eigentliche Schreiben geht. Nebenbei gilt es, online präsent zu sein über Leserunden und die eigene Website, Lesungen müssen vorbereitet und Emails oder Briefe beantwortet werden, und dann sind da auch noch die leidigen Büro- und Steuertätigkeiten. Einen ganz großen Raum nimmt bei mir natürlich die Recherche ein, aber darauf komme ich gleich noch zurück.

Ansonsten ist mein Arbeitstag eigentlich ziemlich unspektakulär: Nach einem guten Frühstück mit der Stuttgarter Zeitung (beides sehr wichtig!) schalte ich so gegen halb neun den PC ein. Bin ich schon im Schreibprozess, dann ist der Vormittag meine beste Zeit. Dabei muss ich möglichst ungestört sein, nehme das Telefon nur in Notfällen ab, weil ich mich völlig konzentriert einlassen muss auf den Stoff. Mein Maskottchen, die lesende Magd aus Oberammergau, strahlt hierzu die nötige Ruhe aus. Übrigens schreibe ich immer vom Anfang aufs Ende zu, arbeite mich quasi wie ein Maulwurf durch meine Geschichte.

Nach etwa vier bis fünf Stunden reicht es denn auch, und ich gönne mir eine zweistündige Mittagspause mit Kochen, Essen, Lektüre der restlichen Zeitung (wobei ich dann nicht selten einnicke auf dem Sofa) oder einem Ausflug an die frische Luft. Am Nachmittag überarbeite ich dann nochmals das Geschriebene (mehr als vier bis fünf Manuskriptseiten pro Tag sind es selten), dann ist Organisatorisches an der Reihe, siehe oben, oder das Vorbereiten
von Lesungen, Vorträgen, Online-Texten. Das kann bis zum frühen Abend gehen, und kurz vor Abgabeterminen muss auch mal ein Samstag oder Sonntag dran glauben.





Wenn man vom Schreiben lebt, ist die Schriftstellerei also ein Fulltime-Job, und wie bei anderen Berufstätigen kommt der Haushalt immer zuletzt. Das Schöne an meinem Beruf ist aber, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann: Etwa im Sommer morgens schwimmen gehen und dafür abends länger dran bleiben.

Die sogenannten Schreibblockaden kenne ich natürlich auch. Da ich aber historische Romane schreibe, gibt es zwischendurch immer noch genügend Details zu recherchieren (wie hießen damals die Stadttore von Stuttgart? Ab wann gab es Postkuschen oder Tabak und Kaffee?), und am nächsten Tag sind solche Blockaden meist schon wieder vorbei. Was meinem Denkvermögen übrigens auch wieder auf die Sprünge hilft, ist ein Energielieferant namens Haribo (Achtung, Schleichwerbung!). Ich liebe fast alle Sorten und muss an mich halten, die Dinger nicht tütenweise zu essen.





Mein Arbeitsalltag ist also ziemlich durchstrukturiert, und es braucht Disziplin, was mich manchmal selbst wundert, da ich eigentlich eher ein chaotischer Mensch bin. Aber anders geht es nicht, da ich mich, wie jede „Projektleiterin“, an Termine halten muss. Wenn ich dann mal auf Lesereisen oder Recherchefahrten bin, merke ich, wie mein Arbeitsrhythmus plötzlich durcheinander gerät. So eingefahren bin ich schon, denke ich dann.

Wie komme ich nun an die zahlreichen Details für meine historischen Romane? Wie die meisten Autoren arbeite ich am PC, sammle zu allen möglichen Themen Fakten, die ich in Dateien packe, und recherchiere hierzu natürlich auch im Internet, wo inzwischen viele Originalquellen abrufbar sind (ansonsten ist das Internet ein Gemischtwarenladen, in dem sich neben erhellenden Beiträgen ganz schön viel Ramsch tummelt). Die vielleicht wichtigste Basis bilden nach wie vor meine zahlreichen Nachschlagewerke und Sachbücher zu Alltags- und Zeitgeschichte, oft mit Quellentexten und tollem Bildmaterial – auf der Seite http://astrid-fritz.de/arbeitsplatz.html habe ich einen kleinen Ausschnitt aus meinen sieben Metern Bücherregal dokumentiert.

Ich lese also sehr viel (und gerne!), bevor ich loslege, bei wichtigen Schauplätzen arbeite ich mich auch durch die jeweiligen Stadt- und Landesgeschichten. Richtig Spaß macht dann die Recherche vor Ort, mit Kamera und Notizblock, wo ich historische Schauplätze auf mich wirken lassen kann und möglichst ein Heimat- und Stadtmuseum besuche. In einem dieser Blog-Beiträge habe ich meine Recherchereise in den Hunsrück für die „Räuberbraut“ dokumentiert.





Übrigens stoße ich auf meine neuen Buchideen fast immer beim Recherchieren. Beispielsweise hatte ich für meine Arbeit an der “Gauklerin“ das Nördlinger Stadtmuseum besucht und dort eine Deckenfahne entdeckt, mit Infos über den Schneidergesellen Adam Portner, der sich als Frau entpuppte und deshalb 1565 vor Gericht kam. Als ich dann über das Stadtarchiv noch weitere Fakten und Details bekam, wurde mir klar: Das ist der Stoff für einen Roman!
Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Von der Idee bis zum fertigen Buch mit 400 bis 500 Seiten geht bei mir ein gutes Jahr ins Land, und langweilig wird’s dabei eigentlich nie …


An dieser Stelle möchte ich mich für diesen Einblick ganz herzlich bei der Autorin bedanken!

Wenn ihr jetzt neugierig auf das Buch geworden seid, könnt ihr gerne auf meinem Instagram Account @buecherecke vorbeischauen, da ich dort ein Exemplar von "Die Räuberbraut" verlosen werde!

Morgen könnt ihr den nächsten Beitrag bei fraugoetheliest.wordpress.com lesen.



Hier zur Übersicht noch einmal die einzelnen Stationen der Blog-Tour:


14. Juli: Von der Musikkneipe zum Buchprojekt
rowohlt.de


15. Juli: Mit einem Bein im Gefängnis (I): Frauen im fahrenden Volk
die-rezensentin.blogspot.de



16. Juli: Mit einem Bein im Gefängnis (II): Frauenleben im Räubermilieu zwischen Angst und Emanzipation
dierabenmutti.de



17. Juli: Astrid Fritz’ Reise durch den idyllischen Hunsrück – mit der Kamera auf den Spuren der Schinderhannesbande
klusiliest.blogspot.com



18. Juli: Schinderhannes' Schauplätze im Spiegel der Zeit
nichtohnebuch.blogspot.de



19. Juli: Was Astrid Fritz zum Schreiben braucht: ihren PC, viel Ruhe und eine Tüte Haribo
buecherecke8.blogspot.de



20. Juli: Astrid Fritz im Gespräch - ein Interview
fraugoetheliest.wordpress.com



21. Juli: Astrid Fritz liest «Die Räuberbraut» - ein Video
goldkindchen.blogspot.com

















Sonntag, 16. Juli 2017

Rezension: Paul McCartney - Philip Norman

Titel: Paul McCartney 
Originaltitel: Paul McCartney. The Biography
Autor: Philip Norman
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2017 
Seitenzahl: 976
Verlag: Piper
Preis: 32,00€
Genre: Biografie


Inhalt:
Fünf Grammys, elf Mal als Solokünstler in den deutschen Album-Top Ten und Autor von über eintausend Songs – Paul McCartneys Karriere ist in jeder Hinsicht von Superlativen geprägt. Nun schreibt der renommierte Rock-Biograf Philip Norman seine Geschichte auf – erstmals mit McCartneys Einverständnis und unter Einbezug von Freunden und Familie. So entsteht ein kenntnisreiches Portrait von Pauls oftmals nicht ganz einfachen Beziehung zu John Lennon, der tragischen Zeit nach der Auflösung der Beatles und des Kampfs zurück in den Pop-Olymp mit den Wings, der fast dazu geführt hätte, dass McCartney in Afrika ermordet worden wäre. Norman legt hier mit bisher unveröffentlichten Details und kritischen Erkenntnissen die umfassende Biografie einer der größten musikalischen Legenden unserer Zeit vor.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Als ich vor kurzer Zeit ein Paket vom Postboten in die Hand gedrückt bekam und es anschließend neugierig öffnete war ich so erfreut, ein Buch in Händen zu halten, wie selten zuvor in meinem Leben. Bis jetzt habe ich keinen blassen Schimmer, woher das Team vom Piper Verlag von meiner Bewunderung den Beatles und vor allem Paul McCartney gegenüber wusste. Zum Cover lässt sich nur sagen, dass es wunderbar passend in schwarz-weiß gehalten ist und einen noch jungen Paul zeigt. Ich habe natürlich direkt einen Blick ins Buch geworfen und auch relativ zeitig voller Erwartung mit dem Lesen begonnen. Mit ist sofort aufgefallen, dass Philip Norman in einfachen, verständlichen Worten schreibt, sodass sich auch Abschnitte, in denen über spezielle, mir noch sehr unbekannte Themen, wie z.B. die Gerichtsverhandlungen, an denen Paul teilnimmt, berichtet wird, gut nachvollziehen lassen. Jedoch stellt der Autor Paul auffällig oft in ein übertrieben ansehnliches Licht, was damit zu begründen ist, dass er ihn zuvor in seiner Beatles-Biografie Shout! in den 1980ern übertrieben negativ dargestellt hat und dies mit dieser Biografie zu entschuldigen versucht. Abgesehen von dieser Tatsache habe ich glücklicherweise nur Gutes über dieses Buch zu offenbaren. Auf den fast 1000 Seiten über eine der größten Musiklegenden unserer Zeit gibt es unglaublich viel über sein Leben, angefangen bei seiner Kindheit und sogar seinen Vorfahren über das Zusammentreffen mit John Lennon und die Zeit der Beatles bis zur Gründung der Band Wings und seinen heutigen Projekten zu erfahren. Trotz der Gegebenheit, dass teilweise zäh erscheinende Ereignisse Thema sind, wird es auf keiner einzigen Seite langweilig, da Philip Norman oftmals mit viel Humor formuliert. Obwohl ich vor dem Lesen dieses Buches der festen Überzeugung war, schon einiges über Paul zu wissen, wurde ich eines besseren belehrt und habe eingesehen, dass ich nur über einen verschwindend geringen Teil seines Lebens eine leise Ahnung hatte. Angenehm überrascht war ich auch von den vier Fotostrecken, die sich durch die Biografie schlängeln und Pauls Sein wunderbar dokumentieren und Menschen, die für ihn eine große Bedeutung hatten oder noch immer haben, vorstellen. Hilfreich war zudem das Register im Anhang, wo die wichtigsten Personen, Orte und Vereinigungen zum Nachschlagen aufgeführt werden. Wie auch bei der Biografie über Freddie Mercury, die ich letztes Jahr gelesen habe, bin ich wieder grenzenlos begeistert von der großen Menge an Informationen, an denen ich beim Lesen teilhaben durfte!


Mein Fazit:
Allen, die sich für den Menschen Paul McCartney und seine Lebensgeschichte interessieren, ist diese Biografie kraftvoll ans Herz zu legen!

Ich danke dem Piper Verlag an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für das überraschend eintreffende Rezensionsexemplar!

Paul McCartney bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Montag, 12. Juni 2017

Rezension: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus - Doris Anselm

Titel: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus
Autorin: Doris Anselm
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl:  192
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Erzählungen


Inhalt:
Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris Anselms Erzählungen begegnen uns Karrieremenschen und Loser, Charismatiker und Verrannte, die diese Momente lostreten oder erleben. So wechselt ein Schmuckstück den Besitzer, unpersönlich und doch symbolträchtig. Am Ende ist ein Mädchen erwachsen geworden und ihr Lehrer ein Stück kindlicher. Dabei bleibt manches scheinbar Wichtige elegant in der Schwebe, um den Blick fürs Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt mit, ein böses Wuchern und Wachsen. Doris Debüt besticht durch seine hellsichtigen Beobachtungen, sprachliche Reife und Vielschichtigkeit.

Mein Lieblingsfazit:

Meine Meinung:
Da ich gerne Kurzgeschichtensammlungen lese, wollte ich diese hier, die sogar der Feder einer deutschen Autorin entstammt, unglaublich gerne lesen. Diese Wntscheidung bereue ich nicht, da es die Sammlung ist, die mir bisher am besten gefallen hat! Es gibt eine riesige Auswahl an Charakteren, Schauplätzen, Handlungen und natürlich auch Schreibstilen. Mal wird in der Gegenwart in der Ich-Perspektive, mal in der Vergangenheit und in der Perspektive eines Hauptprotagonisten berichtet. Mal geht es um Erlebnisse aus der Kindheit, mal um die Freundschaft von zwei alten Damen. Genau diese große Vielfalt ist es, die das Buch für mich zu so etwas besonderem macht. Hinzu kommt noch, dass Doris Anselms Wortschatz und auch ihre Kreativität auf einem unfassbar hohen Niveau stehen, sodass ihre Geschichten den Leser jedes Mal entweder amüsiert lächeln oder erschrocken oder verständnisvoll dreinblicken lassen. Dieses Buch hat meine positive Meinung zu Kurzgeschichten auf jeden Fall bestärkt und ich werde sicherlich noch einige weitere lesen!

Mein Fazit:
Dieses Buch kann ich jedem, der über die Vielfalt des Lebens lesen möchte, empfehlen! 

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension: Ein Sommer in Corona del Mar - Rufi Thorpe

Titel: Ein Sommer in Corona del Mar
Originaltitel: The Girls from Corona del Mar
Autorin: Rufi Thorpe
Erscheinungsdatum:  13. März 2017
Seitenzahl: 352 
Verlag: btb
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Es ist Sommer in der südkalifornischen Stadt Corona del Mar. Die beiden Freundinnen Mia und Lorrie Ann sind unzertrennlich. Doch als Lorrie Anns Vater stirbt, weiß Mia nicht, was sie für ihre Freundin tun kann. Und dies ist nur der erste von vielen schweren Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann treffen werden... Jahre später steht Lorrie Ann plötzlich wieder vor Mias Tür: barfuß, hungrig und vom Leben gezeichnet. Und Mia kann nicht verstehen, wie das Leben ihrer scheinbar makellosen Freundin so aus dem Ruder laufen konnte. Kann es sein, dass sie Lorrie Ann nie wirklich gekannt hat?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung: 
Direkt am Anfang muss ich unbedingt etwas klarstellen: Der Inhalt und der Titel des Buches haben ungefähr so viel mit dem Cover zu tun, wie ein Apfel mit einem Auto; also praktisch gar nichts. Dafür ist diese Tatsache auch das einzige, was ich an dem Roman zu bemängeln habe. Die Geschichte, die über viele Jahre, auch mittels Rückblenden, erzählt wird, weist so viele überraschende Wendepunkte auf, dass ich fast auf jeder Seite geschockt von einer erneuten Schicksalswendung war. Mia und Lorrie Ann, die beiden Hauptprotagonistinnen tragen zu diesem Überraschungseffekt bei, indem sie von Rufi Thorpe sehr genau ausgefeilt wurden und mir somit super real erschienen. Zu den beiden möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, weil euch das die ganze Spannung vermiesen würde und ihre Freundschaft ja eines der Hauptelemente des Romans ist. Aber ich kann sagen, dass ich andere Figuren, wie z.B. Lorrie Anns Mutter Dana und Mias Freund Franklin echt sympathisch fand. An Authentizität gewinnt die Handlung ebenfalls durch das Erzählen in der Ich-Perspektive durch Mia, da es mir so umso leichter fiel, mich in ihre Situation hineinzuversetzen und ihr Handeln und Denken nachzuvollziehen. In meinen Augen ist die Autorin ihr Buch mit viel Humor angegangen, sodass die Dialoge der Charaktere oft um Schmunzeln anregen. Dies gelingt ihr sehr gut, wobei sie auch ernst zu nehmende Themen wie Drogen, ungeplante Kinder und Behinderungen behandelt. Das Ende war für mich persönlich nicht ganz zufriedenstellend, weil es relativ offen war und ich glaube, dass es keine Fortsetzung geben wird.

Mein Fazit:
Ich bin der Meinung, dass dieses Buch jeder lesen sollte, der sich für die oftmals komplizierte Konstruktion einer Freundschaft interessiert!
Vielen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Ein Sommer in Corona del Mar bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Sonntag, 4. Juni 2017

Rezension: Ganz andere Geschichten - Ali Smith

Titel: Ganz andere Geschichten 
Originaltitel: Other Stories and Other Stories
Autorin: Ali Smith
Erscheinungsdatum: 9. Mai 2017 
Seitenzahl: 160 
Verlag: btb 
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
Menschen erzählen sich Geschichten, weil sie sich lieben, und andersherum: Geschichten beweisen, dass es Liebe unter den Menschen gibt. So ist es jedenfalls in Ali Smiths Universum, in dem das Erzählen Menschen zusammenbringen und trennen kann, in dem Geschichten so wichtig sind, dass sie sich gegenseitig ins Wort fallen oder auseinander entstehen oder zu etwas ganz Neuem führen. Die Blumensendung eines Unbekannten, ein verwundeter Vogel, den die Katze ablegt, ein Sonnenbad auf dem Garagendach, Gedanken beim Geschirrwaschen – aus ganz alltäglichen Situationen zaubert Ali Smith Geschichten voller Menschlichkeit und Zärtlichkeit, Witz und Lebenslust.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Da ich von Ali Smith vor ein paar Monaten bereits eine Kurzgeschichtensammlung gelesen und geliebt habe, wollte ich mir diese hier natürlich auch ansehen. Einmal mit dem Lesen angefangen, habe ich die zwölf kleinen Geschichten in einem Rutsch gelesen. Frau Smith hat bei jeder Erzählung in einem anderen Schreibstil geschrieben, mal hat sie in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, mal in der Ich-Perspektive, mal aus der Perspektive eines Protagonisten, mal in schlichten und mal in hochgestocheneren Worten geschrieben, was meiner Meinung nach für eine große Abwechslung im Lesevergnügen gesorgt hat. Selbstverständlich mochte ich nicht jede Geschichte genauso gerne, wie die vorherige, aber es gab keine einzige, die ich nicht mochte, oder die mich nicht in ihren Bann gezogen hat. Mit der Vielfalt der Geschichten kommt natürlich auch eine Vielfalt der Charaktere auf, die vollkommen unterschiedlich gehandelt und gedacht haben. Beruhend auf der Tatsache, dass jede Erzählung ein anderes Thema behandelt, ist für jeden Geschmack etwas dabei und man sollte ich genug Zeit nehmen, um über die einzelnen Geschichten nachdenken zu können. An dieser Stelle kann ich nur sagen: Überzeugt euch selbst von der Kreativität der Autorin, indem ihr das Buch lest! 

Mein Fazit:
Ich kann diese Kurzgeschichtensammlung jedem ans Herz legen, den die kleinen, aber wichtigen Situationen des Lebens faszinieren und der gerne über sie liest!

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ganz andere Geschichten bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Rezension: Gehe hin, stelle einen Wächter - Harper Lee

Titel: Gehe hin, stelle einen Wächter
Originaltitel: Go Set a Watchman
Autorin: Harper Lee
Erscheinungsdatum: 12. September 2016
Seitenzahl: 320
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, da ich von ''Wer die Nachtigall stört" nur gutes gehört habe und aus diesem Grund wissen wollte, was Harper Lee auszeichnet. Also fing ich mit dem Lesen an und fand mich auch recht schnell in das Geschehen ein. Zu meiner Überraschung war die Sprache, abgesehen von ein paar Wörtern, gut verständlich. Jedoch hatte ich anfangs und auch zwischenzeitlich Probleme mit der Übersicht über die Charaktere, weil einfach sehr viele mit ins Spiel kamen. Das war aber nicht ganz so schlimm, weil ein Großteil der Menschen lediglich in Rückblenden erwähnt wurde. Die Tatsache, dass es Rückblenden gab, um dem Leser einen Eindruck von Jean Louises Kindheit und Jugend zu geben, hat mir echt gut gefallen, da ich ihr Denken so besser nachvollziehen konnte. Abgesehen von ihr war mir ihr exzentrischer Onkel und ihr Vater, der sie großzog, sympathisch, wobei ich jedoch gerne mehr über die beiden erfahren hätte. Harper Lee behandelt in ihrem Roman zwar ernste Themen, wie z.B. Rassismus und Identitätskrisen, aber sie lässt an der ein oder anderen Stelle zur Auflockerung glücklicherweise humorvolle Worte zu. Meines Empfindens ist die Handlung manchmal etwas zäh geflossen, da viele verschiedene Themen in die Erzählung mit eingeflossen sind. Andererseits hat diese Tatsache Abwechslung in die Geschichte gebracht, sodass ich mich an dieser Stelle nicht beschweren möchte, auch, weil ich den Roman trotzdem an einem Tag lesen konnte. Zum Ende kann ich nur sagen, dass es mich überrascht und mir gleichzeitig gefallen hat, mehr verrate ich euch nicht. ;) 
Da ich den Roman alles in allem wirklich gelungen fand, werde ich bald auf alle Fälle noch "Wer die Nachtigall stört" lesen!

Mein Fazit:
Diesen 2015 aus der Versenkung erschienenen Roman kann ich jedem ans Herz legen, der sich für die Gedanken und die Ansichten der amerikanischen Menschen Mitte des 20. Jahrhunderts erwärmen kann.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!

Gehe hin, stelle einen Wächer bekommt von mir 4/5 Sterne!


Dienstag, 30. Mai 2017

Rezension: Die Magermilchbande - Frank Baer

Titel: Die Magermilchbande
Autor: Frank Baer
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2017
Seitenzahl: 416
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname »Magermilch«, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Roman hat mich sowohl das Cover, als auch der Klappentext angesprochen, da ich die Flüchtlingskinder schlicht und ergreifend auf ihrer Reise begleiteten wollte. Am Anfang hatte ich einige Probleme, mich in das Geschehen zu vertiefen, weil die Figuren und ihr derzeitiges Leben erst einmal vorgestellt wurden und mir das etwas zu langwierig erschien. Dafür wurde es nach den ersten 150 Seiten super spannend, wobei diese Spannung im ganzen weiteren Verlauf des Buches konstant auf einem hohen Niveau verweilte, sodass ich es nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten in drei Tagen beendet habe. Aufgrund der Tatsache, dass der Roman ursprünglich 1979 veröffentlicht wurde, lässt sich eine nicht sehr moderne Sprache und in der wörtlichen Rede der Charaktere eine Art Dialekt feststellen, was die Geschichte für mich noch authentischer wirken ließ. Diese Authentizität wurde außerdem dadurch erzeugt, dass der Autor sehr viele Interviews mit ehemaligen Betroffenen auswertete, dass das Geschehen also einen realen zeitgeschichtlichen Hintergrund hat. Die Protagonisten wirken aus diesem Grund sehr ausgefeilt und waren mir soweit alle sympathisch, vor allem Adolf mit seiner bescheidenen Art, Maxe mit seiner Unerschrockenheit und die kleine Tilli mit ihrer Dickköpfigkeit. Zudem habe ich beim Lesen einiges über die Lebensqualität der damalig lebenden Menschen und die Situation in Deutschland gelernt. Meiner Meinung nach war das Ende jedoch zu offen, sodass der Leser nicht mehr erfährt, was denn nach der Ankunft in Berlin mit den Kindern passiert.

Mein Fazit:
Ich kann "Die Magermilchbande" jedem empfehlen, der sich für das Schicksal von Flüchtlingskindern im zweiten Weltkrieg und auch das Leben der Menschen zu dieser schwierigen Zeit interessiert.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Magermilchbande bekommt von mir 4/5 Sterne!



Samstag, 22. April 2017

Rezenison: Das geheime Leben des Monsieur Pick - David Foenkinos

Titel: Das geheime Leben des Monsieur Pick
Originaltitel: Le mystère Henri Pick
Autor: David Foenkinos
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 336
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Über das Glück, vom Leben überrascht zu werden ...

Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Mich hat die Idee von einer Bibliothek für zurückgewiesene Bücher sofort angesprochen und auch das Cover hat mich neugierig auf  die Geschichte gemacht. Als ich einmal das Buch aufgeschlagen hatte, habe ich es fast in einem Rutsch gelesen, da David Foenkinos mit leichten, anschaulichen Worten erzählt und der Roman zudem aus einer spannenden Geschichte besteht, welche aus verschiedenen Handlungssträngen mit unterschiedlichen Personen zusammengesetzt ist. Man fragt sich die ganze Zeit, wer denn jetzt das entdeckte Buch des angeblichen Monsieur Pick geschrieben hat. Außerdem gab der Autor seinem Buch eine lustige Würze, da er oftmals passende Fußnoten hinzufügte. Auf der anderen Seite regt "Das geheime Leben des Monsieur Pick" aber zugleich zum Nachdenken an, da es offenbart, dass die Menschen sehr oft mehr auf das Drumherum, also die Hintergründe, als auf den eingentlichen Inhalt von Büchern, aber auch anderen Medien, achten. Die Protagonisten der Geschichte waren mir offen gesagt allesamt sympathisch, da jeder Charakter irgendwelche Makel hatte, jedoch trotzdem liebenswert erschien. Vor allem möchte ich die zielstrebige, gutwillige Delphine und den herzensguten Rouche, der von einem Unglück ins nächste trampelt. Das Ende war meiner Meinung nach das beste am ganzen Buch, weil es einfach unglaublich überraschend ist, und sogar eine Art Moral beinhaltet.

Mein Fazit:
Ein Buch mit einem besonderen, eigenen Charme, das bis zum Ende seine Spannung hält und mit sympathischen Charakteren überzeugt. 

Ein großes Dankeschön an die DVA für die Bereitstellung des Buches!

Das geheime Leben des Monsieur Pick bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 12. April 2017

Rezension: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands - Salvatore Basile


Titel: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands
Originaltitel: Lo strano viaggio di un oggetto smarrito
Autor: Salvatore Basile
Erscheinungsdatum: 13. März 2016
Seitenzahl: 352
Verlag: Blanvalet
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Seit seine Mutter ihn als Kind verlassen hat, lebt der dreißigjährige Michele von der Außenwelt abgeschottet im Bahnhofshäuschen eines verschlafenen, idyllischen Dorfs in Italien. Seine einzige Gesellschaft sind die liegengebliebenen Gegenstände, die er im täglich ein- und ausfahrenden Zug einsammelt und in seinem Zuhause um sich schart. Doch dann begegnet ihm Elena, die sein Leben wie ein Wirbelwind auf den Kopf stellt und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Als er kurz darauf sein altes Tagebuch wiederfindet, das seine Mutter damals mitnahm, als sie aus seinem Leben verschwand, gibt dies den Anstoß für eine wundersame Reise quer durch Italien, die Micheles ganzes Leben verändern wird...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Diesen Roman wollte ich nach dem Lesen des Klappentextes unbedingt lesen, da ich mich schlicht und ergreifend gefragt habe, ob Michele seine Mutter wiederfindet und wie er mit der ungewohnten Situation umgeht, wenn er seinen Bahnhof nach jahrzehntelanger Einsamkeit verlässt. Michele war mir direkt zu Beginn sehr sympathisch, da ich seine Abgrenzung nach dem Verschwinden seiner Mutter in der Kindheit gut nachvollziehen konnte. Zudem ist er ein von Grund auf herzensguter Mensch und versucht im Interesse seiner Mitmenschen zu handeln. Auch Elena mit ihrer aufgeweckten und ehrlichen Art und ihrem Optimismus hat mir echt zugesagt. Auf seiner Reise trifft Michele auf eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Menschen, die ihm jedes Mal etwas wichtiges auf den Weg geben, worauf er merkt, was er in seinem Leben alles versäumt hat. Meiner Ansicht nach hat der Autor eine interessante, teils etwas altertümliche Wortwahl, was das Buch von anderen Romanen unterscheidet. Es wird zwischen den Sichten von den zum Zeitpunkt des Geschehens am wichtigsten Protagonisten erzählt, was einen gut durchleuchtenden Überblick über die Gedanken und Gefühle der Charaktere gibt. Das Ende hat mir ziemlich gut gefallen, da es zwar in einem Punkt vorhersehbar, aber größtenteils super überraschend war und eine Art Moral beinhaltete.

Mein Fazit:
Ein Roman mit einem interessanten Thema, das realitätsnahe Protagonisten und ein schönes Ende bereithält.

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands bekommt von mir 4/5 Sterne!

Rezension: Wenn nachts der Ozean erzählt - Zana Fraillon


Titel: Wenn nachts der Ozean erzählt 
Originaltitel: The Bone Sparrow
Autorin: Zana Fraillon
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2017
Seitenzahl: 288
Verlag: cbt
Preis: 16,99€
Genre: Jugendbuch


Inhalt:
Subhi ist ein Flüchtlingskind, geboren in einem Auffanglager. Seine Welt beschränkt sich auf einen staubigen Flecken Erde hinter einem Maschendrahtzaun. Aber wenn alle schlafen, dann träumt Subhi vom Nachtmeer, das zu seinem Zelt kommt und ihm Schätze bringt. Eines Tages bringt es ihm Jimmie. Das Mädchen Jimmie lebt auf der anderen Seite des Zauns, fühlt sich jedoch genauso verloren und einsam wie Subhi. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird. Am Ende müssen beide mutiger sein als je zuvor, um sich und der Welt neue Hoffnung zu geben.



Meine Meinung:
Zuallererst hat mich an diesem Buch das wunderschöne Cover angesprochen, es hat mich einfach unglaublich gespannt auf den Inhalt gemacht. Auch der Klappentext, der wunderbar zum Cover passt, hat mich sehr neugierig gemacht. Ich war von der ersten Seite an von dem Buch überwältigt und wollte es nicht zu schnell beenden, damit ich noch etwas daran zu lesen habe. Es wird aus der Sicht des Flüchtlingsjungen Subhi in der Gegenwart erzählt, sodass der Leser sein Leben in dem Auffanglager aus der Sicht eines Kindes miterlebt. Subhis Sichtweise auf die Welt hat mich immer wieder aufs neue fasziniert und ich konnte mich wegen dem flüssigen Schreibstil wirklich gut in ihn hineinversetzen. Aber Subhi ist nicht der einzige Charakter, der mir sympathisch war: Ich mochte vor allem Jimmie, das Mädchen von der anderen Seite des Zauns mit ihrer direkten Art und Subhis älteren Freund Eli, der im Lager jeden Tag mit ihm verbringt. Den größten Teil des Buches wird aus Subhis Perspektive, manchmal aber auch aus der von Jimmie erzählt, sodass man vergleichsweise auch ihr Leben aufgezeigt bekommt. Bei "Wenn nachts der Ozean erzählt " handelt es sich um ein Buch, das die harte Realität des Lebens der Menschen in dieser Situation der Gefangenheit aufdeckt, gleichzeitig aber auch die schönen Dinge wie Freundschaft, Familie und Natur hervorhebt, die das Buch abstumpfen und nicht ganz so schrecklich erscheinen lassen. Meiner Meinung nach ist es eine wunderbare Aktion der Autorin, auf die fehlende Lebensqualität in Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, da es überraschend war und Raum für Fantasie ließ.

Mein Fazit:
Ich kann "Wenn nachts der Ozean erzählt" jedem empfehlen, der mal einen realitätsnahen Einblick in die Lebensbedingungen solcher Auffanglagern bekommen möchte und jedem, der die Welt aus der Sicht eines Kindes erleben möchte.


Donnerstag, 16. März 2017

Rezension: Freie Liebe und andere Geschichten- Ali Smith


Titel: Freie Liebe und andere Geschichten
Originaltitel: Free Love and Other Stories
Autorin: Ali Smith
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 160
Verlag: btb
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Ein Mädchen entdeckt im Rotlichtviertel von Amsterdam ganz unerwartet das berauschende Gefühl sexueller Freiheit. Eine Kinokartenabreißerin träumt sich aus ihrem Leben heraus und in die unbegrenzten Möglichkeiten der Filme hinein. Ein Fotograf besucht seine alte schottische Heimat und lernt von einer Neunjährigen, auf Dächer zu klettern und Steine übers Wasser springen zu lassen... Unbändige Lebenslust spricht aus den Erzählungen der schottischen Autorin Ali Smith, die Freude an der Entdeckung der Welt, die Begeisterung über Worte und ihre Kraft, der Rausch des Aufbruchs und der erwachenden Sehnsucht, das unglaubliche Glücksgefühl, Liebe zu finden. Und wie gut es ist, eine Frau zu sein.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mich vor allem die Vielfalt der einzelnen Geschichten angesprochen, aber auch das Cover ist meiner Meinung sehr innovativ, weil es sich um ein Foto aus der Vogelperspektive handelt. Tatsächlich geht es, wie ich beim Aufschlagen festgestellt habe, um eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten, die jedes Mal ein anderes Thema behandeln. Genau das war es, was das Buch meiner Meinung nach so schön gemacht hat: Es war abwechslungsreich. In jeder Geschichte ging es um andere Charaktere, mal wurde aus der Ich-Perspektive und in der Gegenwart, mal von einem personalen Erähler und in der Vergangenheit erzählt. Auch der Schreibstil von Ali Smith wechselt von Kapitel zu Kapitel, was mir sehr gefallen hat, da für jeden Geschmack etwas dabei ist. Natürlich mochte ich manche Kurzgeschichten mehr als andere, weil ich die Gedanken und Handlungen der Protagonisten besser nachvollziehen konnte, als die von Charakteren in anderen Geschichten. Es ist, wie ich finde, ein Buch, für das man sich trotz seiner geringen Seitenzahl viel Zeit nehmen sollte, weil jede einzelne Geschichte zum Nachdenken anregt und es zu schade wäre, sie einfach schnell zu überfliegen. An dieser Stelle möchte ich euch aber nicht zu viel über die einzelnen Kapitelchen erzählen, da euch das die Spannung verderben würde. ;) 

Mein Fazit:
Freie Liebe und andere Geschichten ist ein vielseitiges Buch, das ich allen empfehlen kann, die manchmal über die vielen Seiten des Lebens nachdenken und diese auch erkunden wollen.

Ein großes Dankeschön an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Freie Liebe und andere Geschichten bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Montag, 13. März 2017

Rezension: Wir Glücklichen - Amy Bloom


 Titel: Wir Glücklichen
Originaltitel: Lucky Us
Autorin: Amy Bloom
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2017
Seitenzahl: 336
Verlag: btb 
Preis: 9,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Die eine hält große Reden und träumt von einer Karriere in Hollywood, die andere taucht am liebsten in Bücher ab und legt Frauen die Tarotkarten. Iris und Eva könnten nicht unterschiedlicher sein, und doch sind sie Schwestern, die alles teilen: das Glück, die zerbrochenen Träume, den nichtsnutzigen Vater – und den Glauben, dass es immer irgendwie weitergeht. Eine berührende Geschichte – so groß und klein und wunderbar wie das Leben selbst.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
'Wir Glücklichen' hat mich sowohl vom Cover, als auch vom Klappentext her angesprochen. Mit seinen knapp 300 Seiten war das Buch ziemlich schnell beendet, obwohl es eine Zeitspanne von ungefähr zehn Jahren umfasst. Es lässt sich also erkennen, dass zwischen diesen Jahren unglaublich viel passiert: Die Schwestern bekommen es mit dem Umziehen von einem Ort zu ganz anderen Orten, dem Tod, der Liebe und vielem anderen zu tun. Insgesamt behandelt der Roman einige wichtige Themen, wie z.B. Homosexualität, Verantwortung in einer Familie und den zweiten Weltkrieg, über die der Leser einige Informationen erhält. Von den beiden Schwestern war Eva mir die Symphatischere, weil sie so bescheiden, hilfsbereit und klug war. Iris war mir dagegen, zumindest zu Beginn zu eingebildet und egoistisch. Neben den beiden Hauptprotagonistinen mochte ich den Visagisten Fransico Diego, der Eva die ganze Zeit über unterstützt hat und den kleinen Danny, den Eva im späteren Verlauf der Geschichte als Sohn aufzieht. Es wird zwar hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Eva erzählt, jedoch gab es auch einige Kapitel, die aus der Sicht von anderen Charakteren geschrieben waren, wenn dies von Wichtigkeit für das Geschehen war. Der Schreibstil war, wie ich finde an manchen Stellen ein wenig schwer zu verstehen, dafür aber so gestaltet, dass ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte. Zwischen den Kapiteln erscheinen oft Briefe, die auf die Zukunft hindeuten, da sie zu einem späteren Zeitpunkt als dem der jeweiligen Handlung geschrieben wurden, was meiner Meinung nach einen guten Einblick in die Gedanken der Charaktere ermöglicht. Zum Ende hin rücken der Erzählungsstrang und die Briefe zeitlich immer weiter zusammen, sodass die Lücke ganz zum Schluss geschlossen ist. Das Ende hat mir zwar ganz gut gefallen, war aber etwas vorhersehbar. 

Mein Fazit:
Wir Glücklichen ist ein handlungsstarker Roman mit einer Vielfalt von behandelten Themen und Charakteren.

Danke an den btb Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Wir Glücklichen bekommt von mir volle 5/5 Sterne!


Donnerstag, 9. März 2017

Rezension: Und jetzt lass uns tanzen - Karine Lambert


Titel: Und jetzt lass uns tanzen
Originaltitel: Eh bien, dansons maintenant!
Autorin: Karine Lambert
Erscheinungsdatum: 06. März 2017
Seitenzahl: 224
Verlag: Diana
Preis: 17,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Buch wurde ich zuerst vom Cover, direkt darauf vom Klappentext angesprochen. Auch der Titel, der übrigens perfekt zum Inhalt passt, hat mich sehr neugierig auf den Roman gemacht. Als ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es mit Ausnahme eines kleinen Zwischenstopps in einem Rutsch durchgelesen. Es hat mich schlicht und ergreifend in seinen Bann gezogen, da es mir vorkam, als würde auf jeder Seite etwas entscheidendes geschehen. Die ersten paar Kapitel wird noch aus der Vergangenheit der beiden Hauptprotagomisten Marguerite und Marcel und ihrem Verlust der Ehepartner, dann aus ihrer gemeinsamen Gegenwart erzählt. Beim Lesen des Klappentextes dachte ich an zwei junge Erwachsene, die sich neu verlieben, jedoch handelt es sich, wie ich nach einiger Zeit positiv überrascht festgestellt habe, um zwei Senioren. Diese beiden waren mir von Anfang an sympathisch, einfach, da sie sich ziemlich in ihren Gewohnheiten unterscheiden, aber beide auf ihre Art wunderbar sind. Der Roman hat zwar eine witzige Seite, regt aber hauptsächlich zum Nachdenken an. Es gibt Antworten auf die Fragen: Kann man sich im Leben auch noch ein zweites Mal glücklich verlieben, ohne den ersten Ehepartner in ihrem Tod zu kränken? Besteht die Möglichkeit einer glücklichen Partnerschaft auch noch im Seniorenalter? Am Ende gab es meiner Meinung nach eine super überraschende Wendung, die den Roman perfekt abgerundet hat. 

Mein Fazit:
Ich kann das Buch jedem, der gerne über das Leben nachdenkt und liest mit vollster Überzeugung ans Herz legen!

Ein riesiges Dankeschön an den Diana Verlag!

Und jetzt lass uns tanzen bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Dienstag, 7. März 2017

Rezension: Das Schicksal wartet beim Friseur - Anna Jansson

Titel: Das Schicksal wartet beim Friseur 
Originaltitel: Ödesgudinnan på Salong d'Amour
Autorin: Anna Jansson
Erscheinungsdatum: 14. November 2016
Seitenzahl: 384
Verlag: btb 
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Angelika Lagermark, Ende vierzig, seit sieben Jahren Witwe, ist leidenschaftliche Friseurin und eine ebenso leidenschaftliche Kupplerin. Sie hat es sich zum Lebensziel gemacht, Menschen zur Liebe zu verhelfen. Alles läuft ganz wunderbar, bis die Idylle in Visby eines Tages gestört wird: ein Betrüger verkauft die Häuser einiger Bewohner der Stadt im Internet, und ausgerechnet Angelika fällt ihm zum Opfer. Dann beschleicht sie ein Verdacht: Ist der Verbrecher am Ende der Unbekannte, in den sie sich heimlich verliebt hat?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Mich hat sowohl das Cover, das wirklich nett gestaltet ist, als auch der Klappentext, der sich ziemlich
originell anhört angesprochen. Zu Beginn wird der Leser direkt von der Hauptprotagonistin angesprochen, was einladend und herzlich erscheint und die Vorfeude auf das Buch steigert. Zudem wurde es in der Ich-Perspektive und in der Gegenwart geschrieben und bekommt daher einen sehr realen Charakterzug, der dafür gesorgt hat, dass ich mich besser in das Geschehen vertiefen konnte. Der Schreibstil ist jedoch kein besonderer, die Handlung wird in alltäglichen Worten beschrieben. Angelika mit ihrer hilfsbereiten Art und Ricky, der sich oft doofer anstellt, als er in Wirklichkeit ist, aber eigentlich ein herzensguter junger Mann ist, waren mir beide sofort sympathisch. Während des Lesens habe ich einige Menschen aus Visby kennengelernt, weil sie von Angelika einfach so gut beschrieben und charakterlich ausgefeilt werden. Anna Jansson hat ihren Roman mit viel Humor verfasst, daher musste ich des öfteren schmunzeln. Nicht so gut gefallen hat mir jedoch die geringe Spannung, die im Roman vorherrschte. Es wurde für mich bis zum Ende hin nicht wirklich spannend, was ich etwas schade fand, da man noch mehr aus dem Fall mit dem Verkauf der Häuser hätte machen können. Auch mit der Liebesgeschichte von Angelika und dem "Unbekannten" war ich nicht ganz zufrieden, weil die sich meiner Meinung nach zu schnell entwickelt hat. Was mich sehr gefreut hat, war der kleine Einblick in das Leben und vor allem das Essen in Schweden (dem Roman ist eine Rezeptesammlung angehängt), es war mal etwas anderes, ein schwedisches Buch zu lesen.

Mein Fazit:
Ich kann euch das Buch zwar als Urlaubslektüre empfehlen, jedoch nicht, wenn ihr etwas spannendes lesen wollt.

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Das Schicksal wartet beim Friseur bekommt von mir 4/5 Sterne!