Montag, 12. Juni 2017

Rezension: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus - Doris Anselm

Titel: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus
Autorin: Doris Anselm
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl:  192
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Erzählungen


Inhalt:
Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris Anselms Erzählungen begegnen uns Karrieremenschen und Loser, Charismatiker und Verrannte, die diese Momente lostreten oder erleben. So wechselt ein Schmuckstück den Besitzer, unpersönlich und doch symbolträchtig. Am Ende ist ein Mädchen erwachsen geworden und ihr Lehrer ein Stück kindlicher. Dabei bleibt manches scheinbar Wichtige elegant in der Schwebe, um den Blick fürs Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt mit, ein böses Wuchern und Wachsen. Doris Debüt besticht durch seine hellsichtigen Beobachtungen, sprachliche Reife und Vielschichtigkeit.

Mein Lieblingsfazit:

Meine Meinung:
Da ich gerne Kurzgeschichtensammlungen lese, wollte ich diese hier, die sogar der Feder einer deutschen Autorin entstammt, unglaublich gerne lesen. Diese Wntscheidung bereue ich nicht, da es die Sammlung ist, die mir bisher am besten gefallen hat! Es gibt eine riesige Auswahl an Charakteren, Schauplätzen, Handlungen und natürlich auch Schreibstilen. Mal wird in der Gegenwart in der Ich-Perspektive, mal in der Vergangenheit und in der Perspektive eines Hauptprotagonisten berichtet. Mal geht es um Erlebnisse aus der Kindheit, mal um die Freundschaft von zwei alten Damen. Genau diese große Vielfalt ist es, die das Buch für mich zu so etwas besonderem macht. Hinzu kommt noch, dass Doris Anselms Wortschatz und auch ihre Kreativität auf einem unfassbar hohen Niveau stehen, sodass ihre Geschichten den Leser jedes Mal entweder amüsiert lächeln oder erschrocken oder verständnisvoll dreinblicken lassen. Dieses Buch hat meine positive Meinung zu Kurzgeschichten auf jeden Fall bestärkt und ich werde sicherlich noch einige weitere lesen!

Mein Fazit:
Dieses Buch kann ich jedem, der über die Vielfalt des Lebens lesen möchte, empfehlen! 

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension: Ein Sommer in Corona del Mar - Rufi Thorpe

Titel: Ein Sommer in Corona del Mar
Originaltitel: The Girls from Corona del Mar
Autorin: Rufi Thorpe
Erscheinungsdatum:  13. März 2017
Seitenzahl: 352 
Verlag: btb
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Es ist Sommer in der südkalifornischen Stadt Corona del Mar. Die beiden Freundinnen Mia und Lorrie Ann sind unzertrennlich. Doch als Lorrie Anns Vater stirbt, weiß Mia nicht, was sie für ihre Freundin tun kann. Und dies ist nur der erste von vielen schweren Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann treffen werden... Jahre später steht Lorrie Ann plötzlich wieder vor Mias Tür: barfuß, hungrig und vom Leben gezeichnet. Und Mia kann nicht verstehen, wie das Leben ihrer scheinbar makellosen Freundin so aus dem Ruder laufen konnte. Kann es sein, dass sie Lorrie Ann nie wirklich gekannt hat?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung: 
Direkt am Anfang muss ich unbedingt etwas klarstellen: Der Inhalt und der Titel des Buches haben ungefähr so viel mit dem Cover zu tun, wie ein Apfel mit einem Auto; also praktisch gar nichts. Dafür ist diese Tatsache auch das einzige, was ich an dem Roman zu bemängeln habe. Die Geschichte, die über viele Jahre, auch mittels Rückblenden, erzählt wird, weist so viele überraschende Wendepunkte auf, dass ich fast auf jeder Seite geschockt von einer erneuten Schicksalswendung war. Mia und Lorrie Ann, die beiden Hauptprotagonistinnen tragen zu diesem Überraschungseffekt bei, indem sie von Rufi Thorpe sehr genau ausgefeilt wurden und mir somit super real erschienen. Zu den beiden möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, weil euch das die ganze Spannung vermiesen würde und ihre Freundschaft ja eines der Hauptelemente des Romans ist. Aber ich kann sagen, dass ich andere Figuren, wie z.B. Lorrie Anns Mutter Dana und Mias Freund Franklin echt sympathisch fand. An Authentizität gewinnt die Handlung ebenfalls durch das Erzählen in der Ich-Perspektive durch Mia, da es mir so umso leichter fiel, mich in ihre Situation hineinzuversetzen und ihr Handeln und Denken nachzuvollziehen. In meinen Augen ist die Autorin ihr Buch mit viel Humor angegangen, sodass die Dialoge der Charaktere oft um Schmunzeln anregen. Dies gelingt ihr sehr gut, wobei sie auch ernst zu nehmende Themen wie Drogen, ungeplante Kinder und Behinderungen behandelt. Das Ende war für mich persönlich nicht ganz zufriedenstellend, weil es relativ offen war und ich glaube, dass es keine Fortsetzung geben wird.

Mein Fazit:
Ich bin der Meinung, dass dieses Buch jeder lesen sollte, der sich für die oftmals komplizierte Konstruktion einer Freundschaft interessiert!
Vielen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Ein Sommer in Corona del Mar bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Sonntag, 4. Juni 2017

Rezension: Ganz andere Geschichten - Ali Smith

Titel: Ganz andere Geschichten 
Originaltitel: Other Stories and Other Stories
Autorin: Ali Smith
Erscheinungsdatum: 9. Mai 2017 
Seitenzahl: 160 
Verlag: btb 
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
Menschen erzählen sich Geschichten, weil sie sich lieben, und andersherum: Geschichten beweisen, dass es Liebe unter den Menschen gibt. So ist es jedenfalls in Ali Smiths Universum, in dem das Erzählen Menschen zusammenbringen und trennen kann, in dem Geschichten so wichtig sind, dass sie sich gegenseitig ins Wort fallen oder auseinander entstehen oder zu etwas ganz Neuem führen. Die Blumensendung eines Unbekannten, ein verwundeter Vogel, den die Katze ablegt, ein Sonnenbad auf dem Garagendach, Gedanken beim Geschirrwaschen – aus ganz alltäglichen Situationen zaubert Ali Smith Geschichten voller Menschlichkeit und Zärtlichkeit, Witz und Lebenslust.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Da ich von Ali Smith vor ein paar Monaten bereits eine Kurzgeschichtensammlung gelesen und geliebt habe, wollte ich mir diese hier natürlich auch ansehen. Einmal mit dem Lesen angefangen, habe ich die zwölf kleinen Geschichten in einem Rutsch gelesen. Frau Smith hat bei jeder Erzählung in einem anderen Schreibstil geschrieben, mal hat sie in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, mal in der Ich-Perspektive, mal aus der Perspektive eines Protagonisten, mal in schlichten und mal in hochgestocheneren Worten geschrieben, was meiner Meinung nach für eine große Abwechslung im Lesevergnügen gesorgt hat. Selbstverständlich mochte ich nicht jede Geschichte genauso gerne, wie die vorherige, aber es gab keine einzige, die ich nicht mochte, oder die mich nicht in ihren Bann gezogen hat. Mit der Vielfalt der Geschichten kommt natürlich auch eine Vielfalt der Charaktere auf, die vollkommen unterschiedlich gehandelt und gedacht haben. Beruhend auf der Tatsache, dass jede Erzählung ein anderes Thema behandelt, ist für jeden Geschmack etwas dabei und man sollte ich genug Zeit nehmen, um über die einzelnen Geschichten nachdenken zu können. An dieser Stelle kann ich nur sagen: Überzeugt euch selbst von der Kreativität der Autorin, indem ihr das Buch lest! 

Mein Fazit:
Ich kann diese Kurzgeschichtensammlung jedem ans Herz legen, den die kleinen, aber wichtigen Situationen des Lebens faszinieren und der gerne über sie liest!

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ganz andere Geschichten bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Rezension: Gehe hin, stelle einen Wächter - Harper Lee

Titel: Gehe hin, stelle einen Wächter
Originaltitel: Go Set a Watchman
Autorin: Harper Lee
Erscheinungsdatum: 12. September 2016
Seitenzahl: 320
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, da ich von ''Wer die Nachtigall stört" nur gutes gehört habe und aus diesem Grund wissen wollte, was Harper Lee auszeichnet. Also fing ich mit dem Lesen an und fand mich auch recht schnell in das Geschehen ein. Zu meiner Überraschung war die Sprache, abgesehen von ein paar Wörtern, gut verständlich. Jedoch hatte ich anfangs und auch zwischenzeitlich Probleme mit der Übersicht über die Charaktere, weil einfach sehr viele mit ins Spiel kamen. Das war aber nicht ganz so schlimm, weil ein Großteil der Menschen lediglich in Rückblenden erwähnt wurde. Die Tatsache, dass es Rückblenden gab, um dem Leser einen Eindruck von Jean Louises Kindheit und Jugend zu geben, hat mir echt gut gefallen, da ich ihr Denken so besser nachvollziehen konnte. Abgesehen von ihr war mir ihr exzentrischer Onkel und ihr Vater, der sie großzog, sympathisch, wobei ich jedoch gerne mehr über die beiden erfahren hätte. Harper Lee behandelt in ihrem Roman zwar ernste Themen, wie z.B. Rassismus und Identitätskrisen, aber sie lässt an der ein oder anderen Stelle zur Auflockerung glücklicherweise humorvolle Worte zu. Meines Empfindens ist die Handlung manchmal etwas zäh geflossen, da viele verschiedene Themen in die Erzählung mit eingeflossen sind. Andererseits hat diese Tatsache Abwechslung in die Geschichte gebracht, sodass ich mich an dieser Stelle nicht beschweren möchte, auch, weil ich den Roman trotzdem an einem Tag lesen konnte. Zum Ende kann ich nur sagen, dass es mich überrascht und mir gleichzeitig gefallen hat, mehr verrate ich euch nicht. ;) 
Da ich den Roman alles in allem wirklich gelungen fand, werde ich bald auf alle Fälle noch "Wer die Nachtigall stört" lesen!

Mein Fazit:
Diesen 2015 aus der Versenkung erschienenen Roman kann ich jedem ans Herz legen, der sich für die Gedanken und die Ansichten der amerikanischen Menschen Mitte des 20. Jahrhunderts erwärmen kann.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!

Gehe hin, stelle einen Wächer bekommt von mir 4/5 Sterne!


Dienstag, 30. Mai 2017

Rezension: Die Magermilchbande - Frank Baer

Titel: Die Magermilchbande
Autor: Frank Baer
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2017
Seitenzahl: 416
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€
Genre: Roman

Inhalt:
April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname »Magermilch«, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Roman hat mich sowohl das Cover, als auch der Klappentext angesprochen, da ich die Flüchtlingskinder schlicht und ergreifend auf ihrer Reise begleiteten wollte. Am Anfang hatte ich einige Probleme, mich in das Geschehen zu vertiefen, weil die Figuren und ihr derzeitiges Leben erst einmal vorgestellt wurden und mir das etwas zu langwierig erschien. Dafür wurde es nach den ersten 150 Seiten super spannend, wobei diese Spannung im ganzen weiteren Verlauf des Buches konstant auf einem hohen Niveau verweilte, sodass ich es nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten in drei Tagen beendet habe. Aufgrund der Tatsache, dass der Roman ursprünglich 1979 veröffentlicht wurde, lässt sich eine nicht sehr moderne Sprache und in der wörtlichen Rede der Charaktere eine Art Dialekt feststellen, was die Geschichte für mich noch authentischer wirken ließ. Diese Authentizität wurde außerdem dadurch erzeugt, dass der Autor sehr viele Interviews mit ehemaligen Betroffenen auswertete, dass das Geschehen also einen realen zeitgeschichtlichen Hintergrund hat. Die Protagonisten wirken aus diesem Grund sehr ausgefeilt und waren mir soweit alle sympathisch, vor allem Adolf mit seiner bescheidenen Art, Maxe mit seiner Unerschrockenheit und die kleine Tilli mit ihrer Dickköpfigkeit. Zudem habe ich beim Lesen einiges über die Lebensqualität der damalig lebenden Menschen und die Situation in Deutschland gelernt. Meiner Meinung nach war das Ende jedoch zu offen, sodass der Leser nicht mehr erfährt, was denn nach der Ankunft in Berlin mit den Kindern passiert.

Mein Fazit:
Ich kann "Die Magermilchbande" jedem empfehlen, der sich für das Schicksal von Flüchtlingskindern im zweiten Weltkrieg und auch das Leben der Menschen zu dieser schwierigen Zeit interessiert.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Magermilchbande bekommt von mir 4/5 Sterne!



Samstag, 22. April 2017

Rezenison: Das geheime Leben des Monsieur Pick - David Foenkinos

Titel: Das geheime Leben des Monsieur Pick
Originaltitel: Le mystère Henri Pick
Autor: David Foenkinos
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 336
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Über das Glück, vom Leben überrascht zu werden ...

Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Mich hat die Idee von einer Bibliothek für zurückgewiesene Bücher sofort angesprochen und auch das Cover hat mich neugierig auf  die Geschichte gemacht. Als ich einmal das Buch aufgeschlagen hatte, habe ich es fast in einem Rutsch gelesen, da David Foenkinos mit leichten, anschaulichen Worten erzählt und der Roman zudem aus einer spannenden Geschichte besteht, welche aus verschiedenen Handlungssträngen mit unterschiedlichen Personen zusammengesetzt ist. Man fragt sich die ganze Zeit, wer denn jetzt das entdeckte Buch des angeblichen Monsieur Pick geschrieben hat. Außerdem gab der Autor seinem Buch eine lustige Würze, da er oftmals passende Fußnoten hinzufügte. Auf der anderen Seite regt "Das geheime Leben des Monsieur Pick" aber zugleich zum Nachdenken an, da es offenbart, dass die Menschen sehr oft mehr auf das Drumherum, also die Hintergründe, als auf den eingentlichen Inhalt von Büchern, aber auch anderen Medien, achten. Die Protagonisten der Geschichte waren mir offen gesagt allesamt sympathisch, da jeder Charakter irgendwelche Makel hatte, jedoch trotzdem liebenswert erschien. Vor allem möchte ich die zielstrebige, gutwillige Delphine und den herzensguten Rouche, der von einem Unglück ins nächste trampelt. Das Ende war meiner Meinung nach das beste am ganzen Buch, weil es einfach unglaublich überraschend ist, und sogar eine Art Moral beinhaltet.

Mein Fazit:
Ein Buch mit einem besonderen, eigenen Charme, das bis zum Ende seine Spannung hält und mit sympathischen Charakteren überzeugt. 

Ein großes Dankeschön an die DVA für die Bereitstellung des Buches!

Das geheime Leben des Monsieur Pick bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 12. April 2017

Rezension: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands - Salvatore Basile


Titel: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands
Originaltitel: Lo strano viaggio di un oggetto smarrito
Autor: Salvatore Basile
Erscheinungsdatum: 13. März 2016
Seitenzahl: 352
Verlag: Blanvalet
Preis: 19,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Seit seine Mutter ihn als Kind verlassen hat, lebt der dreißigjährige Michele von der Außenwelt abgeschottet im Bahnhofshäuschen eines verschlafenen, idyllischen Dorfs in Italien. Seine einzige Gesellschaft sind die liegengebliebenen Gegenstände, die er im täglich ein- und ausfahrenden Zug einsammelt und in seinem Zuhause um sich schart. Doch dann begegnet ihm Elena, die sein Leben wie ein Wirbelwind auf den Kopf stellt und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Als er kurz darauf sein altes Tagebuch wiederfindet, das seine Mutter damals mitnahm, als sie aus seinem Leben verschwand, gibt dies den Anstoß für eine wundersame Reise quer durch Italien, die Micheles ganzes Leben verändern wird...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Diesen Roman wollte ich nach dem Lesen des Klappentextes unbedingt lesen, da ich mich schlicht und ergreifend gefragt habe, ob Michele seine Mutter wiederfindet und wie er mit der ungewohnten Situation umgeht, wenn er seinen Bahnhof nach jahrzehntelanger Einsamkeit verlässt. Michele war mir direkt zu Beginn sehr sympathisch, da ich seine Abgrenzung nach dem Verschwinden seiner Mutter in der Kindheit gut nachvollziehen konnte. Zudem ist er ein von Grund auf herzensguter Mensch und versucht im Interesse seiner Mitmenschen zu handeln. Auch Elena mit ihrer aufgeweckten und ehrlichen Art und ihrem Optimismus hat mir echt zugesagt. Auf seiner Reise trifft Michele auf eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Menschen, die ihm jedes Mal etwas wichtiges auf den Weg geben, worauf er merkt, was er in seinem Leben alles versäumt hat. Meiner Ansicht nach hat der Autor eine interessante, teils etwas altertümliche Wortwahl, was das Buch von anderen Romanen unterscheidet. Es wird zwischen den Sichten von den zum Zeitpunkt des Geschehens am wichtigsten Protagonisten erzählt, was einen gut durchleuchtenden Überblick über die Gedanken und Gefühle der Charaktere gibt. Das Ende hat mir ziemlich gut gefallen, da es zwar in einem Punkt vorhersehbar, aber größtenteils super überraschend war und eine Art Moral beinhaltete.

Mein Fazit:
Ein Roman mit einem interessanten Thema, das realitätsnahe Protagonisten und ein schönes Ende bereithält.

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands bekommt von mir 4/5 Sterne!

Rezension: Wenn nachts der Ozean erzählt - Zana Fraillon


Titel: Wenn nachts der Ozean erzählt 
Originaltitel: The Bone Sparrow
Autorin: Zana Fraillon
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2017
Seitenzahl: 288
Verlag: cbt
Preis: 16,99€
Genre: Jugendbuch


Inhalt:
Subhi ist ein Flüchtlingskind, geboren in einem Auffanglager. Seine Welt beschränkt sich auf einen staubigen Flecken Erde hinter einem Maschendrahtzaun. Aber wenn alle schlafen, dann träumt Subhi vom Nachtmeer, das zu seinem Zelt kommt und ihm Schätze bringt. Eines Tages bringt es ihm Jimmie. Das Mädchen Jimmie lebt auf der anderen Seite des Zauns, fühlt sich jedoch genauso verloren und einsam wie Subhi. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird. Am Ende müssen beide mutiger sein als je zuvor, um sich und der Welt neue Hoffnung zu geben.



Meine Meinung:
Zuallererst hat mich an diesem Buch das wunderschöne Cover angesprochen, es hat mich einfach unglaublich gespannt auf den Inhalt gemacht. Auch der Klappentext, der wunderbar zum Cover passt, hat mich sehr neugierig gemacht. Ich war von der ersten Seite an von dem Buch überwältigt und wollte es nicht zu schnell beenden, damit ich noch etwas daran zu lesen habe. Es wird aus der Sicht des Flüchtlingsjungen Subhi in der Gegenwart erzählt, sodass der Leser sein Leben in dem Auffanglager aus der Sicht eines Kindes miterlebt. Subhis Sichtweise auf die Welt hat mich immer wieder aufs neue fasziniert und ich konnte mich wegen dem flüssigen Schreibstil wirklich gut in ihn hineinversetzen. Aber Subhi ist nicht der einzige Charakter, der mir sympathisch war: Ich mochte vor allem Jimmie, das Mädchen von der anderen Seite des Zauns mit ihrer direkten Art und Subhis älteren Freund Eli, der im Lager jeden Tag mit ihm verbringt. Den größten Teil des Buches wird aus Subhis Perspektive, manchmal aber auch aus der von Jimmie erzählt, sodass man vergleichsweise auch ihr Leben aufgezeigt bekommt. Bei "Wenn nachts der Ozean erzählt " handelt es sich um ein Buch, das die harte Realität des Lebens der Menschen in dieser Situation der Gefangenheit aufdeckt, gleichzeitig aber auch die schönen Dinge wie Freundschaft, Familie und Natur hervorhebt, die das Buch abstumpfen und nicht ganz so schrecklich erscheinen lassen. Meiner Meinung nach ist es eine wunderbare Aktion der Autorin, auf die fehlende Lebensqualität in Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, da es überraschend war und Raum für Fantasie ließ.

Mein Fazit:
Ich kann "Wenn nachts der Ozean erzählt" jedem empfehlen, der mal einen realitätsnahen Einblick in die Lebensbedingungen solcher Auffanglagern bekommen möchte und jedem, der die Welt aus der Sicht eines Kindes erleben möchte.


Donnerstag, 16. März 2017

Rezension: Freie Liebe und andere Geschichten- Ali Smith


Titel: Freie Liebe und andere Geschichten
Originaltitel: Free Love and Other Stories
Autorin: Ali Smith
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 160
Verlag: btb
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Ein Mädchen entdeckt im Rotlichtviertel von Amsterdam ganz unerwartet das berauschende Gefühl sexueller Freiheit. Eine Kinokartenabreißerin träumt sich aus ihrem Leben heraus und in die unbegrenzten Möglichkeiten der Filme hinein. Ein Fotograf besucht seine alte schottische Heimat und lernt von einer Neunjährigen, auf Dächer zu klettern und Steine übers Wasser springen zu lassen... Unbändige Lebenslust spricht aus den Erzählungen der schottischen Autorin Ali Smith, die Freude an der Entdeckung der Welt, die Begeisterung über Worte und ihre Kraft, der Rausch des Aufbruchs und der erwachenden Sehnsucht, das unglaubliche Glücksgefühl, Liebe zu finden. Und wie gut es ist, eine Frau zu sein.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mich vor allem die Vielfalt der einzelnen Geschichten angesprochen, aber auch das Cover ist meiner Meinung sehr innovativ, weil es sich um ein Foto aus der Vogelperspektive handelt. Tatsächlich geht es, wie ich beim Aufschlagen festgestellt habe, um eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten, die jedes Mal ein anderes Thema behandeln. Genau das war es, was das Buch meiner Meinung nach so schön gemacht hat: Es war abwechslungsreich. In jeder Geschichte ging es um andere Charaktere, mal wurde aus der Ich-Perspektive und in der Gegenwart, mal von einem personalen Erähler und in der Vergangenheit erzählt. Auch der Schreibstil von Ali Smith wechselt von Kapitel zu Kapitel, was mir sehr gefallen hat, da für jeden Geschmack etwas dabei ist. Natürlich mochte ich manche Kurzgeschichten mehr als andere, weil ich die Gedanken und Handlungen der Protagonisten besser nachvollziehen konnte, als die von Charakteren in anderen Geschichten. Es ist, wie ich finde, ein Buch, für das man sich trotz seiner geringen Seitenzahl viel Zeit nehmen sollte, weil jede einzelne Geschichte zum Nachdenken anregt und es zu schade wäre, sie einfach schnell zu überfliegen. An dieser Stelle möchte ich euch aber nicht zu viel über die einzelnen Kapitelchen erzählen, da euch das die Spannung verderben würde. ;) 

Mein Fazit:
Freie Liebe und andere Geschichten ist ein vielseitiges Buch, das ich allen empfehlen kann, die manchmal über die vielen Seiten des Lebens nachdenken und diese auch erkunden wollen.

Ein großes Dankeschön an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Freie Liebe und andere Geschichten bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Montag, 13. März 2017

Rezension: Wir Glücklichen - Amy Bloom


 Titel: Wir Glücklichen
Originaltitel: Lucky Us
Autorin: Amy Bloom
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2017
Seitenzahl: 336
Verlag: btb 
Preis: 9,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Die eine hält große Reden und träumt von einer Karriere in Hollywood, die andere taucht am liebsten in Bücher ab und legt Frauen die Tarotkarten. Iris und Eva könnten nicht unterschiedlicher sein, und doch sind sie Schwestern, die alles teilen: das Glück, die zerbrochenen Träume, den nichtsnutzigen Vater – und den Glauben, dass es immer irgendwie weitergeht. Eine berührende Geschichte – so groß und klein und wunderbar wie das Leben selbst.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
'Wir Glücklichen' hat mich sowohl vom Cover, als auch vom Klappentext her angesprochen. Mit seinen knapp 300 Seiten war das Buch ziemlich schnell beendet, obwohl es eine Zeitspanne von ungefähr zehn Jahren umfasst. Es lässt sich also erkennen, dass zwischen diesen Jahren unglaublich viel passiert: Die Schwestern bekommen es mit dem Umziehen von einem Ort zu ganz anderen Orten, dem Tod, der Liebe und vielem anderen zu tun. Insgesamt behandelt der Roman einige wichtige Themen, wie z.B. Homosexualität, Verantwortung in einer Familie und den zweiten Weltkrieg, über die der Leser einige Informationen erhält. Von den beiden Schwestern war Eva mir die Symphatischere, weil sie so bescheiden, hilfsbereit und klug war. Iris war mir dagegen, zumindest zu Beginn zu eingebildet und egoistisch. Neben den beiden Hauptprotagonistinen mochte ich den Visagisten Fransico Diego, der Eva die ganze Zeit über unterstützt hat und den kleinen Danny, den Eva im späteren Verlauf der Geschichte als Sohn aufzieht. Es wird zwar hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Eva erzählt, jedoch gab es auch einige Kapitel, die aus der Sicht von anderen Charakteren geschrieben waren, wenn dies von Wichtigkeit für das Geschehen war. Der Schreibstil war, wie ich finde an manchen Stellen ein wenig schwer zu verstehen, dafür aber so gestaltet, dass ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte. Zwischen den Kapiteln erscheinen oft Briefe, die auf die Zukunft hindeuten, da sie zu einem späteren Zeitpunkt als dem der jeweiligen Handlung geschrieben wurden, was meiner Meinung nach einen guten Einblick in die Gedanken der Charaktere ermöglicht. Zum Ende hin rücken der Erzählungsstrang und die Briefe zeitlich immer weiter zusammen, sodass die Lücke ganz zum Schluss geschlossen ist. Das Ende hat mir zwar ganz gut gefallen, war aber etwas vorhersehbar. 

Mein Fazit:
Wir Glücklichen ist ein handlungsstarker Roman mit einer Vielfalt von behandelten Themen und Charakteren.

Danke an den btb Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Wir Glücklichen bekommt von mir volle 5/5 Sterne!


Donnerstag, 9. März 2017

Rezension: Und jetzt lass uns tanzen - Karine Lambert


Titel: Und jetzt lass uns tanzen
Originaltitel: Eh bien, dansons maintenant!
Autorin: Karine Lambert
Erscheinungsdatum: 06. März 2017
Seitenzahl: 224
Verlag: Diana
Preis: 17,99€
Genre: Roman


Inhalt:
Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Buch wurde ich zuerst vom Cover, direkt darauf vom Klappentext angesprochen. Auch der Titel, der übrigens perfekt zum Inhalt passt, hat mich sehr neugierig auf den Roman gemacht. Als ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es mit Ausnahme eines kleinen Zwischenstopps in einem Rutsch durchgelesen. Es hat mich schlicht und ergreifend in seinen Bann gezogen, da es mir vorkam, als würde auf jeder Seite etwas entscheidendes geschehen. Die ersten paar Kapitel wird noch aus der Vergangenheit der beiden Hauptprotagomisten Marguerite und Marcel und ihrem Verlust der Ehepartner, dann aus ihrer gemeinsamen Gegenwart erzählt. Beim Lesen des Klappentextes dachte ich an zwei junge Erwachsene, die sich neu verlieben, jedoch handelt es sich, wie ich nach einiger Zeit positiv überrascht festgestellt habe, um zwei Senioren. Diese beiden waren mir von Anfang an sympathisch, einfach, da sie sich ziemlich in ihren Gewohnheiten unterscheiden, aber beide auf ihre Art wunderbar sind. Der Roman hat zwar eine witzige Seite, regt aber hauptsächlich zum Nachdenken an. Es gibt Antworten auf die Fragen: Kann man sich im Leben auch noch ein zweites Mal glücklich verlieben, ohne den ersten Ehepartner in ihrem Tod zu kränken? Besteht die Möglichkeit einer glücklichen Partnerschaft auch noch im Seniorenalter? Am Ende gab es meiner Meinung nach eine super überraschende Wendung, die den Roman perfekt abgerundet hat. 

Mein Fazit:
Ich kann das Buch jedem, der gerne über das Leben nachdenkt und liest mit vollster Überzeugung ans Herz legen!

Ein riesiges Dankeschön an den Diana Verlag!

Und jetzt lass uns tanzen bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Dienstag, 7. März 2017

Rezension: Das Schicksal wartet beim Friseur - Anna Jansson

Titel: Das Schicksal wartet beim Friseur 
Originaltitel: Ödesgudinnan på Salong d'Amour
Autorin: Anna Jansson
Erscheinungsdatum: 14. November 2016
Seitenzahl: 384
Verlag: btb 
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Angelika Lagermark, Ende vierzig, seit sieben Jahren Witwe, ist leidenschaftliche Friseurin und eine ebenso leidenschaftliche Kupplerin. Sie hat es sich zum Lebensziel gemacht, Menschen zur Liebe zu verhelfen. Alles läuft ganz wunderbar, bis die Idylle in Visby eines Tages gestört wird: ein Betrüger verkauft die Häuser einiger Bewohner der Stadt im Internet, und ausgerechnet Angelika fällt ihm zum Opfer. Dann beschleicht sie ein Verdacht: Ist der Verbrecher am Ende der Unbekannte, in den sie sich heimlich verliebt hat?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Mich hat sowohl das Cover, das wirklich nett gestaltet ist, als auch der Klappentext, der sich ziemlich
originell anhört angesprochen. Zu Beginn wird der Leser direkt von der Hauptprotagonistin angesprochen, was einladend und herzlich erscheint und die Vorfeude auf das Buch steigert. Zudem wurde es in der Ich-Perspektive und in der Gegenwart geschrieben und bekommt daher einen sehr realen Charakterzug, der dafür gesorgt hat, dass ich mich besser in das Geschehen vertiefen konnte. Der Schreibstil ist jedoch kein besonderer, die Handlung wird in alltäglichen Worten beschrieben. Angelika mit ihrer hilfsbereiten Art und Ricky, der sich oft doofer anstellt, als er in Wirklichkeit ist, aber eigentlich ein herzensguter junger Mann ist, waren mir beide sofort sympathisch. Während des Lesens habe ich einige Menschen aus Visby kennengelernt, weil sie von Angelika einfach so gut beschrieben und charakterlich ausgefeilt werden. Anna Jansson hat ihren Roman mit viel Humor verfasst, daher musste ich des öfteren schmunzeln. Nicht so gut gefallen hat mir jedoch die geringe Spannung, die im Roman vorherrschte. Es wurde für mich bis zum Ende hin nicht wirklich spannend, was ich etwas schade fand, da man noch mehr aus dem Fall mit dem Verkauf der Häuser hätte machen können. Auch mit der Liebesgeschichte von Angelika und dem "Unbekannten" war ich nicht ganz zufrieden, weil die sich meiner Meinung nach zu schnell entwickelt hat. Was mich sehr gefreut hat, war der kleine Einblick in das Leben und vor allem das Essen in Schweden (dem Roman ist eine Rezeptesammlung angehängt), es war mal etwas anderes, ein schwedisches Buch zu lesen.

Mein Fazit:
Ich kann euch das Buch zwar als Urlaubslektüre empfehlen, jedoch nicht, wenn ihr etwas spannendes lesen wollt.

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Das Schicksal wartet beim Friseur bekommt von mir 4/5 Sterne!

Dienstag, 28. Februar 2017

Der Lauf des Lebens - Mona Jaeger

 

Titel: Der Lauf des Lebens 
Autorin: Mona Jaeger
Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2016 
Seitenzahl: 193 
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Belletristik


Inhalt:
Von Anfängen, Aufstiegen, Abstiegen und vom Ende – kurz: vom Menschsein.
Es gibt Tage im Leben, die haben mehr Gewicht als die Wochen und Monate, die sie umgeben. Es gibt Momente im Leben, in denen die Zeit gleichzeitig stehenzubleiben und zu rasen scheint. Der erste Schultag kann ein solcher Tag sein, der erste Kuss ein solcher Moment. Manchmal mischen sich in solchen Momenten Triumph und Melancholie wie in der ersten Nacht in der eigenen Wohnung, manchmal ereignet sich etwas, das uns verändert, ohne dass es rückgängig zu machen wäre. Manchmal gehen solchen Momenten eigene Entscheidungen voraus, manchmal Eingeständnisse, die den Menschen ohnmächtig machen, manchmal ein unermesslicher Verlust. Sich scheiden lassen, sich eingestehen, dass man unter einer Depression leidet, jemanden begraben, den man liebt. All das sind Momente, die in den Erzählungen dieses Bandes eingefangen sind.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mich sowohl Cover, als auch Inhalt angesprochen und nach dem Lesen wurde mir auch klar, dass beides sehr gut zusammenpasst. Der Schutzumschlag ist wirklich schön gestaltet, da er aus geriffeltem Paper besteht, aber auch unter der Hülle lässt sich ein prächtiges Buch vorfinden. Als ich einmal mit dem Lesen begonnen hatte, habe ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen und es fast in einem Rutsch beendet. Mit seinen knapp 200 Seiten und dem leicht verständlichen Schreibstil ließ es sich wirklich schnell lesen. Es wird in chronologischer Reihenfolge aus dem Leben von der Kindheit bis zum Tod, mal aus der Sicht von Paul, mal aus Annas Sicht berichtet, was, wie ich finde, etwas Abwechslung in das Geschehen gebracht hat. Von den beiden Hauptprotagonisten war mir jedoch Paul weitaus sympathischer, da ich Anna oft nicht verstanden habe, ihn dagegen besser. Meiner Meinung nach gibt   das Buch einen, mir realitätsnah erscheinenden Blick auf das Leben mit all seinen wichtigen Haltestellen, sowohl den positiven, als auch den negativen. Obwohl die Autorin noch nicht sehr alt ist (so um die 30) scheint es, als hätte sie viel Ahnung von den zahlreichen Facetten des Lebens und schon einiges an Erfahrung gesammelt.

Mein Fazit:
Der Lauf des Lebens ist ein wunderbares Buch, das ich allen, die viel über ihre Zukunft nachdenken empfehlen kann!

 Ein großes Dankeschön an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Der Lauf des Lebens bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Sonntag, 26. Februar 2017

Rezension: Jahre wie diese - Sandie Jones


Titel: Jahre wie diese
Originaltitel: Fallout
Autorin: Sadie Jones 
Erscheinungsdatum: 9. Januar 2017
Seitenzahl: 416
Verlag: Penguin
Preis: 10,00€ 
Genre: Roman

Inhalt:
London in den 70ern: eine Stadt von Partys, Whisky und Drogen beflügelt. Auf den Plattenspielern läuft Soul, man debattiert über Ideologien und die Neuerfindung der Kunst. Für Luke, der in der Provinz aufgewachsen ist, ist es das lang ersehnte Paradies. Zusammen mit Paul und Leigh verwirklicht er sich den Traum von einer eigenen Theaterkompagnie – doch dann trifft er Nina, eine labile Schauspielerin, und seine Liebe zu ihr droht alles zu zerstören, was er sich erkämpft hat...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mich vor allem Zeit und Ort angesprochen, aber auch das Cover finde ich gelungen gestaltet. Das Buch beginnt mit einigen Rückblicken, die äußerst wichtig für das Geschehen in der damaligen Gegenwart von 1972 in London ist. Obwohl nicht in der Ich-Perspektive geschrieben wurde fühlt es sich dennoch so an, da die Gedanken und Gefühle der Charaktere oftmals offenbart werden. Am meisten hat mir Hauptprotagonist Luke zugesagt, der einerseits selbstlos, andererseits aber auch zerstörerisch ist, mit Leidenschaft Theaterstücke schreibt und sich hingebungsvoll um seine psychisch kranke Mutter kümmert, die von seinem Vater nie in der Anstalt besucht wird. Aber auch Leigh und Paul waren mir sehr sympathisch, die in London seine Freunde und Mitbewohner sind. Nicht so zugetan war ich einer weiteren Hauptprotagonistin namens Nina, da ich ihr Handeln in einigen Situationen überhaupt nicht nachvollziehen konnte und ich somit nicht dazu in der Lage war, mich in sie hineinzuversetzen. Insgesamt gibt es im Roman zwar nicht so viele lustige Stellen, aber dafür werden einige ernste Themen in den Vordergrund gezogen und behandelt. Außerdem habe ich einen kleinen Einblick in die damalige Welt des Theaters mit den verschiedenen Schritten bis zur Uraufführung und den Personen, die daran teilhaben, bekommen. Das Ende hat mir wirklich gut gefallen, da es super überraschend kam und irgendwie realitätsnah erschien. Zu einem 5 Sterne Buch hat mir jedoch noch das gewisse Etwas gefehlt.

Mein Fazit:
Jahre wie diese ist ein ehrlicher Roman, der im London der 70er Jahre spielt und mit ausgefeilten Charakteren und einer überzeugenden Handlung beeindruckt.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Jahre wie diese bekommt von mir 4/5 Sterne!

Montag, 30. Januar 2017

Rezension: Im ersten Licht des Morgens - Virginia Baily


Titel: Im ersten Licht des Morgens
Originaltitel: Early One Morning
Autorin: Virginia Baily
Erscheinungsdatum: 12. Dezember 2016
Seitenzahl: 432
Verlag: Diana
Preis: 9,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Bevor an einem Morgen im Jahr 1943 die Sonne aufgeht, tritt Chiara im besetzten Rom auf die Straße. Noch ahnt sie nicht, dass sie an diesem Tag einem kleinen Jungen das Leben retten wird. Doch als sie Daniele begegnet, verbinden sich ihre Schicksale unwiderruflich miteinander. Chiara nimmt ihn allen Widrigkeiten zum Trotz an wie einen Sohn. Aus Liebe tut sie fortan alles, um ihn zu schützen – und aus Liebe begeht sie nach Kriegsende einen folgenschweren Verrat...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
An diesem Roman hat mich zuallererst das Cover angesprochen. Meiner Meinung nach ist es mit dem Morgenlicht und der kleinen Gasse gut auf den Titel und die Geschichte abgepasst. Der Leser springt abwechselnd zwischen 1943 und 1973 hin und her und bekommt somit immer mehr Puzzleteile eines großen Bildes zusammengesetzt. Ironischerweise wird die Handlung in 1943 in der Gegenwart, diejenige in 1973 hingegen in der Vergangenheit geschrieben, was mich teilweise etwas verwirrt hat. Leider wurde es für mich ungefähr erst ab Seite 250 spannend, davor kam ich recht langsam voran, sodass ich zwei Wochen an dem Buch saß. Das Ende hat das jedoch wieder wettgemacht, da es wirklich schön ausgearbeitet war. Bis auf Maria hat mir um ehrlich zu sein keiner der Charaktere wirklich zugesagt, ich konnte mich mit Hauptprotagonistin Chiara nicht recht anfreunden. Mit dem Schreibstil, der in anschaulichen Worten das wunderbare Rom beschrieben hat, bin ich dagegen echt gut zurechtgekommen. Ich habe Rom letztes Jahr besucht und es war schön, es ein zweites Mal zu sehen. Jedoch werden im Roman auch düstere Themen, wie der zweite Weltkrieg und dessen Folgen und die Macht von Drogen thematisiert, was ich zwar schockierend, aber auch interessant fand. Die Geschichte im ganzen Zusammenhang am Ende noch einmal zu überdenken hat mir ganz neue Einblicke in die Charaktere geboten und zum Nachdenken angeregt.

Mein Fazit:
Im ersten Licht des Morgens ist ein berührender Roman, der sich mit einigen interessanten und für die Menschen wichtigen Themen befasst.

Danke an den Diana Velag für dieses Rezensionsexemplar!

Im ersten Licht des Morgens bekommt von mir 4/5 Sterne!

Sonntag, 15. Januar 2017

Rezension: Die Bibliothek der besonderen Kinder - Ransom Riggs


Titel: Die Bibliothek der besonderen Kinder
Originaltitel: Library of Souls
Autor: Ransom Riggs
Erscheinungsdatum: 2. November 2016
Seitenzahl: 544
Verlag: Knaur
Preis: 14,99€
Genre: Roman

Inhalt:
Nachdem ihre Freunde von den feindlichen Wights entführt wurden, machen Jacob und Emma sich auf eine gefährliche Suche, um sie und die gefangenen Ymbrynen – so nennen sich die Schutzpatroninnen besonderer Kinder – zu befreien. 
Die Spurt führt sie in die Zeitschleife Devil’s Acre, wo der Abschaum der Gesellschaft der Besonderen lebt, und schließlich zur geheimen Festung der Wights. Dort decken sie ein noch größeres Geheimnis auf: Caul, Miss Peregrines böser Bruder, will die sagenumwobene „Seelenbibliothek“ Abaton finden und sich mithilfe der dort verborgenen Kräfte zum Herrscher der Besonderenwelt aufzuschwingen. Und Jacob ist der Schlüssel dazu …

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Die ersten beiden Teile dieser Trilogie haben mir derart gut gefallen, dass ich natürlich auch wissen wollte, wie das Ganze ausgeht. Wie bei allen Büchern der Reihe ist das Cover farblos, aber mysteriös gehalten und macht sehr neugierig auf die Geschichte. Also habe ich mit dem Lesen angefangen und wurde direkt wieder von der Erzählung rund um Jacob und Emma gefangen genommen. Riggs schrieb wieder in der Ich-Perpektive, was dazu beitrug, dass ich mich noch einfacher ins Geschehen hineinversetzten konnte. Besonders an dem Buch sind die vielen Fotografien, die der Autor aus Archiven von verschiedenen Sammlern ausgewählt und super in seine Geschichte integriert hat. Sie regen die Vorstellungskraft an und geben schöne Einblicke in die Orte, an denen Jacob und Emma vorbeikommen und in die Personen, die sie treffen. Zudem benutzt er leicht verständliche Worte und beschreibt Schauplätze anschaulich. Es besteht ein gutes Gleichgewicht zwischen spannenden, und auch lustigen Szenen, die mich zum Schmunzeln brachten. Da ich die Charaktere schon kannte musste ich mir keinen vollkommen neuen Eindruck von ihnen verschaffen. Der sprechende Hund Addison mit seiner hilfsbereiten Art, aber auch der mürrische, doch treue Sharon waren mir super sympathisch. Nach wie vor mochte ich Jacob, den seine Erlebnisse in nur wenigen Tagen grundlegend verändert haben. Der dritte Teil der Trilogie hat mir ehrlich gesagt am besten von allen gefallen, weil das Ende wirklich überraschend geraten ist. Mehr möchte ich euch an dieser Stelle lieber nicht verraten, da ihr das Buch ja noch selber lesen sollt. ;)

Mein Fazit:
Die Bibliothek der besonderen Kinder ist das phänomenale Finale der Besondere-Kinder Trilogie, das jeder Freund der ersten beiden Teile lesen sollte!

Ein großes Dankeschön an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Bibliothek der besonderen Kinder bekommt von mir volle 5/5 Sterne!



Sonntag, 8. Januar 2017

Rezension: Die Katzen von Montmartre - Tessa Korber


Titel: Die Katzen von Montmartre
Autorin: Tessa Korber
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2016
Seitenzahl: 256
Verlag: btb 
Preis: 9,99€
Genre: Kriminalroman

Inhalt:
Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Da ich Katzen liebe und der Klappentext des Buches sich so interessant und anders angehört hat, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Auch das Cover, das übrigens super zur Geschichte passt, hat mich sehr angesprochen und zum Aufklappen des Buches eingeladen. Leider kamen am Anfang meiner Meinung nach so viele Namen vor, dass ich nicht mehr wusste, wer wer war, glücklicherweise gab es ein Charakterverzeichnis am Anfang des Buches. Zudem fehlte mir zu Beginn etwas die Spannung, da erst alle Charaktere eingeführt wurden. Als es dann nach etwa 100 Seiten spannend wurde hielt sich diese Spqnnung aber bis zum Ende des Kriminalromans. Das Ende hat mir wirklich gut gefallen, da es vollkommen überraschend war und ich nicht mit ihm gerechnet hätte. Tessa Korber schreibt in leicht verständlichen Worten und es wird abwechselnd aus der Sicht vieler verschiedener Charaktere erzählt. Diese Tatsache ist äußerst praktisch, da im Buch oft viele verschiedene Dinge an verschiedenen Orten gleichzeitig passieren. Die Charaktere sind, wie ich finde, echt gut ausgearbeitet und geschliffen, sodass man eine ziemlich genaue Vorstellung von dem Aussehen, als auch dem Charakter der einzelnen Figuren bekommt. Matisse und Suzanne sind mir zum Beispiel sehr ans Herz gewachsen, genauso wie Madame Valladon und Dégas. Hauptsächlich wurde alles vom alten Kater Bonnard erzählt, der auf dem Friedhof lebt und einen guten Überblick über die Menschen hat. 

Mein Fazit:
Die Katzen von Montmartre ist ein mal etwas anderer Krimi, der mit liebenswerten Charakteren überzeugt und mit seinem Ende überrascht.

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Katzen von Montmartre bekommt von mir 4/5 Sterne!