Samstag, 19. August 2017

Rezension: Marschmusik - Martin Becker

Titel: Marschmusik
Autor: Martin Becker
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Seitenzahl: 288
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Preis: 18,00€
Genre: Roman 


Inhalt:
In den frühen Sechzigern lernen sich die Eltern des jungen Mannes kennen: Sie ist Näherin, er ist Kohlenhauer. Viele Jahrzehnte später will der erwachsene Sohn endlich Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen: Wie hat die Familie gelebt inmitten von Zechentürmen, Taubenschlägen und Schrebergärten? Und was ist eigentlich noch übrig vom bescheidenen Reihenhaus, das dem erwachsenen Sohn doch früher vorkam wie ein Palast? Wie lange wird seine Mutter noch rauchend im Sessel sitzen und sich an den verstorbenen Vater erinnern? Und was bleibt, wenn es das alles wirklich bald nicht mehr gibt? Martin Becker erzählt vom Aufwachsen in einer proletarischen Familie am Rande des Ruhrgebiets. Vom Außenseitertum der kleinen Leute, aber auch von Momenten großen Glücks, die in einer vermeintlich tristen Kleinstadtkindheit doch immer wieder aufblitzen. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich lesen, weil ich selber auch im Ruhrgebiet lebe und einen Einblick in die Arbeit unter Tage und das Leben einer solchen Familie bekommen wollte. Erzählt wird in der Ich-Perspektive und oft in der Gegenwart, wodurch das Bild, das beim Lesen von dem Hauptprotagonisten, der übrigens keinen Namen hat, entsteht, umso klarer erstrahlt. Es fühlt sich an, als würde man in den vergilbten Seiten seines Tragebuchs blättern, das von seiner Kindheit und seiner Jugend berichtet. Abwechselnd wird auch aus der Sicht seines Vaters und dessen Zeit unter Tage und das darauf folgende Zusammentreffen mit seiner Mutter geschildert. Außerdem gibt es einen dritten Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und vom Besuch des Protagonisten Mündendorfs (sein Heimatdorf) und seiner Mutter erzählt. Dabei wird seine Angst und sein Unbehagen gegenüber diesem Ort deutlich, das er verzweifelt zu bekämpfen versucht. Martin Becker macht in seinem Roman von einer guten Portion Humor Gebrauch, wobei er aber auch die bedeutenden Dinge des Lebens, wie Heimat und die eigene Vergangenheit zum Thema macht und auf die kleinen Glücksmomente in einem ansonst vielleicht durchschnittlichen Leben aufmerksam macht. Meiner Meinung nach regt dieser Roman sehr zum Nachdenken über genau diese Elemente an. Er ist in drei Teile unterteilt, die jeweils die Entwicklung des Protagonisten in Bezug auf das Verständnis für seine Familie dokumentieren. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch in eine Art Rahmen gelegt wurde, dass der Anfang und das Ende sich also perfekt ergänzen.

Mein Fazit:
Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der sich wie ich für die Geschichte des Ruhrgebiets, die am Beispiel einer typischen Kleinstadtfamilie, erzählt wird, interessiert.

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Marschmusik bekommt von mir volle 5/5 Sterne!



Mittwoch, 16. August 2017

Rezension: AC/DC: Maximum Rock'n'Roll - Murray Engleheart, Arnaud Durieux

Titel: AC/DC: Maximum Rock'n'Roll
Originaltitel: ACDC Maximum Rock'n'Roll
Autoren: Murray Engleheart, Arnaud Duriex
Seitenzahl: 624
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 16,99€
Genre: Biografie


Inhalt:
In Maximum Rock’n’Roll erzählen Murray Engleheart und Arnaud Durieux, beide Journalisten und Intimfreunde der Band, umfassend die Geschichte von Australiens Rockexport Nummer eins. Authentisch und ungeschönt dokumentieren sie den Aufstieg der fünf knallharten Jungs aus Sydney, den auch der tragische Tod von Sänger Bon Scott 1980 nicht aufhalten konnte. Neben unveröffentlichtem Bildmaterial und Dokumenten aus Durieuxs legendärem Bandarchiv sowie über 60 exklusiven Interviews mit Bandmitgliedern, Freunden und Kollegen werteten die Autoren mehr als 5000 Artikel und 700 TV- und Radiointerviews aus. Maximum Rock’n’Roll ist ein fantastischer Trip durch das Leben einer echten Rock’n’Roll-Band – mit allen Höhen und Tiefen, Exzessen, Tragödien und viel lauter Musik.


Meine Meinung:
Diese Biografie war die erste, die ich über eine Band gelesen habe und aus diesem Grund eine wirklich neue Erfahrung für mich. Lesen wollte ich sie, weil ich ihre Musik sehr schätze und mehr
über die Menschen erfahren wollte, die hinter ihr stecken. Das Cover ist zwar schlicht gehalten, aber bunte Verzierungen würden zu AC/DC wohl eher nicht passen, oder? Zu Beginn werden die Young Brüder und ihre Familie vorgestellt und dann nach und nach, eben immer zu dem Zeitpunkt, an dem ein neues Mitglied in die Band aufgenommen wird, auch die anderen Musiker. Das ist meiner Meinung nach eine gute Strategie um dem Leser die einzelnen Personen näherzubringen. Dazu gab es glücklicherweise vor jedem Kapitel ein kleines Bild, das mit dem Lauf der erzählten Zeit mithielt und das Geschehen so anschaulich darstellte. Zudem enthält das Buch zwei große Fotostrecken, die für mich die Qualität der Biografie noch um einiges erhöhen, da fast alle wichtigen Personen darauf zu sehen sind und die Geschichte von AC/DC wunderbar dokumentieren. Hilfreich war auch das Register, das am Ende angehängt wurde, um die Möglichkeit zu haben, noch einmal nach Personen, Alben oder Songs nachschlagen zu können, wenn vergessen wurde, worum genau es sich jetzt nochmal bei diesem und jenem handelt. Zu dem Schreibstil der beiden Autoren kann ich nur sagen, dass er einfach gehalten ist und die Ereignisse manchmal etwas langweilig eines nach dem anderen aufgelistet werden, auf der ein oder anderen Seite zur Abwechslung aber glücklicherweise auch einiges an Humor zu finden ist. Damit habe ich auch schon meinen einzigen Kritikpunkt an der Biografie angesprochen, da sie inhaltlich, wie ich finde, die Entwicklung von AC/DC super umfangreich und mit reichlich Anekdoten von zahlreichen TV- und Radiointerviews versinnbildlicht.

Mein Fazit:
Ein Buch, dass ich jedem AC/DC Fan ausdrücklich empfehlen kann, da die ganze Geschichte rund um die Band gut beleuchtet wird. 

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die großzügige Bereitstellung des Buches!

AC/DC Maximum Rock'n'Roll bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Mittwoch, 26. Juli 2017

Rezension: Heartware - Jenny-Mai Nuyen

Titel: Heartware
Autorin: Jenny-May Nuyen
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 416 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch 
Preis: 14, 99€
Genre: Thriller

Inhalt:
Erst verdunkelt sie dein Herz, dann die ganze Welt?

Adam Eli hat seine Chance genutzt: Er ist erfolgreicher Ghostwriter, tut alles, um seine kriminelle Jugend vergessen zu machen. Eines verbindet ihn noch mit seinem alten Leben: Seine große Liebe Willenja. Die letzte Begegnung liegt lange zurück, bis heute weiß er nicht, ob sie es war, die ihn damals verriet.
Antwort darauf verspricht der Internettycoon Balthus - wenn Adam sich an der Suche nach Willenja beteiligt. Denn die junge Frau hat den Prototyp einer künstlichen Intelligenz gestohlen. Um Geld zu erpressen? Oder vielleicht sogar einen Terroranschlag zu verüben?
Eine atemlose Jagd von den Urwäldern Boliviens über Dubai bis Tokio beginnt...

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Buches hat mich unglaublich neugierig auf die Geschichte gemacht, wobei auch das Cover zwar schlicht, aber echt passend ist, wie übrigens auch der Titel "Heartware". Einmal mit dem Lesen begonnen, wollte ich den Thriller gar nicht mehr aus der Hand legen und habe ihn in kurzer Zeit beendet. Von vorne bis hinten hat mich an "Heartware" alles begeistert. Die Charaktere, vor allem Hauptprotagonist Adam Eli und den aus ärmeren Verhältnissen stammenden Jommy, dem leider nur eine kleine Rolle zugesprochen war, mochte ich auf Anhieb. Ich hätte gerne mehr über sein, und das Leben seiner besten Freundin Queenie erfahren. Zum Schreibstil kann ich nur sagen, dass die Autorin zwar an einigen Stellen Fremdwörter, die sich einerseits auf Technik, andererseits auch auf Philosophie beziehen, verwendet, diese das Niveau des Buches aber erhöhen und mich oft zum Nachdenken angeregt haben. In ihrem Thriller behandelt Jenny-May Nuyen also einige bemerkenswerte, faszinierende Themen, wie z.B. die Welt der Computer, die Folgen einer verstörenden Kindheit und den Sinn des Seins. Es wird abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptprotagonisten erzählt, sodass ein guter Einblick in deren Handeln, Gedanken und Gefühle gewährleistet wird. Zudem sorgen Rückblicke in Adams Vergangenheit für ein zusätzliches Verständnis für Adams Liebe zu Willenya, da die Autorin das Zusammentreffen der beiden als Jugendliche offenbart. Das ganze Buch über bleibt eine konstante Spannung erhalten, die sich zum Ende hin noch einmal steigert und glücklicherweise das ein oder andere Mal mit Humor durchbrochen wird. 

Mein Fazit:
Ich kann diesen wunderbaren Thriller jedem ans Herz legen, der etwas über die Macht der Technik, die heutzutage herrscht, lesen möchte, den aber auch die Definition von Menschsein interessiert.

Ein großes Dankeschön an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Heartware bekommt von mir volle 5/5 Sterne!


Montag, 24. Juli 2017

Rezension: Die Räuberbraut - Astrid Fritz

 
Titel: Die Räuberbraut
Autorin: Astrid Fritz
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 496
Verlag: Wunderlich
Preis: 19,95€ 
Genre: Historischer Roman


Inhalt:
Das Leben an der Seite eines Räuberhauptmanns: 
dramatisch, romantisch und hochgefährlich

Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, durfte ich an der Blog-Tour zu "Die Räuberbraut" teilnehmen und werde euch jetzt selbstverständlich meine Meinung zu diesem Buch mitteilen. Da ich ganz neu auf diesem Gebiet bin, das also mein erster Historischer Roman war, den ich las, war ich sehr 
gespannt, ob ich mich in ein Geschehen, das schon so weit zurückliegt, hineinversetzen kann. Meine Zweifel waren unbegründet, weil ich mich direkt in der Geschichte zurechtfand und mit den Protagonisten mitfühlen konnte. Während ich mit Johannes Bückler, dem Schinderhannes also, nicht recht warm werden konnte, waren mir Juliana, vom ihm auch "Julchen" genannt und vor allem Leyendecker, einer von Johannes Kumpanen sehr sympathisch. Astrid Fritz' etwas altertümlicher Schreibstil ermöglichte es mir, mich noch besser in die Welt um 1800 hineinzuleben. Glücklicherweise gab es am Ende des Romans ein Glossar mit veralteten Worten, sodass ich bei mir unbekannten Wörtern die jeweilige Bedeutung nachsehen konnte. Was das Lesevergnügen meiner Meinung nach auch gesteigert hat, war die Tatsache, dass Astrid Fritz sich hauptsächlich auf Fakten, die sie den Verurteilungsakten des Schinderhannes entnommen hat, konzentriert hat. So bekommt die Geschichte einen sehr realen Beigeschmack und berührt den Leser weitaus mehr, als eine frei erfundene Geschichte. Inhaltlich habe ich einen großen Einblick in das Leben und Streben eines Räubers und die Gefahren, die es mit sich bringt, gelernt. Vor allem Julianas Situation fand ich faszinierend, da sie für ihre Liebe zum Schindehannes so einigen Gefahren trotzen musste. Am meisten hat mich jedoch das Ende beeindruckt, da es schlicht und ergreifend schockierend ist und ich bis ganz zum Schluss mitgefiebert habe. An dieser Stelle möchte ich euch natürlich nicht zu viel verraten, um nicht die Spannung zu verderben. ;)

Mein Fazit:
Ein Buch, dass ich jedem, der sich für das Leben eines Räubers und seiner Frau interessiert, empfehlen kann!

Ein großes Dankeschön an den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung des Buches!

Die Räuberbraut bekommt von mir 4/5 Sterne!